Karawane nostalgischer Isettas hielt in Gutach an

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Von hbl

Sa, 01. September 2018

Gutach im Breisgau

Die Isetta, ein Rollermobil, war der Vorläufer des Automobilbaus von BMW / Der Hersteller nannte es sein "Motocoupé".

GUTACH /ZTL (hbl/ban). Die Älteren kennen sie noch – die Isettas, die zwischen 1955 und 1962 von den Bayerischen Motorenwerken gebaut wurden. Ihr Markenzeichen war die Fronttür, die mit dem Lenkrad nach vorne aufgeklappt wurde, so dass man nur von vorne in den zwei Personen fassenden Innenraum einsteigen konnte. Lenkrad und Tür wieder herangezogen, erst dann konnte losgefahren werden, mit 12 bis 13 Pferdestärken.

Doch nicht nur eine Isetta allein, sondern gleich eine ganze Karawane zog dieser Tage durch das "Zweitälerland". Von der Elztalbrennerei Weis in Gutach kommend, versammelten sie sich beim Schönwasen-Stadion, holten sich durch die hochschiebende Tür nochmals frische Luft, ehe sich die nostalgischen Fahrzeuge – eins nach dem anderen – wieder in Bewegung setzten.

Die Isetta galt als eines der Symbole des deutschen Wirtschaftswunders. BMW, dessen Automobilsektor in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet worden war, half die Isetta-Produktion mit zu überleben. Die erste Isetta vom März 1955 kostete 2580 D-Mark. In der siebenjährigen Produktionsphase wurden 161728 Fahrzeuge verkauft. Die Isetta war zeitweise ein Exportschlager. Dies erlaubte es BMW, auch eine Cabrio-Version mit Faltverdeck zu entwickeln. Der Tank der Isetta fasste 13 Liter Benzin. Das reichte immerhin schon für bis zu 400 Kilometer. Der Verbrauch betrug fünf Liter pro 100 Kilometer, bei zu forscher Fahrweise lag er aber meist deutlich höher.