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17. März 2009

Rockklassiker als Volkslieder unserer Zeit

Covers Finest reißt in der Bleibacher Güterhalle Publikum mit.

GUTACH-BLEIBACH. Ein Kompliment den Machern der Güterhallen-Kleinkunst: Mit der Idee, das Konzert von "Covers finest" am Samstag zu einem Tanzabend mit nur halb bestuhltem Saal zu machen, trafen sie absolut ins Schwarze. Zur Musik des Sextetts ging in Bleibach auf eine Weise die Post ab, wie man es hier sonst selten erlebt.

"Covers finest" ist ein Sextett mit bemerkenswerten Qualitäten. Georg Marschall sorgte in der Güterhalle nicht nur für virtuose, zuweilen sogar lange Gitarrensoli, sondern er hat eine beeindruckende, durchsetzungsfähige "Rockröhre". Nebenbei: Marschall gehört auch zur "Diese wunderbare Band", die durch die Freiburger Medienrevue "Avanti dilettanti" eine Art Kultstatus erlangt hat.

Petra Obergfell wirkte auf der Bleibacher Bühne nicht nur heiter und gelöst, sie steuerte mit einer ebenfalls beeindruckenden Stimme weitere Hits bei, spielte dazu noch Flöte, Percussion und Keyboard. Markus Günter konzentrierte sich in erster Linie auf seine Rhythmusgitarre, sang aber genau so achtbar wie seine Kollegen. Selbst Johannes Schmidt (Schlagzeug) hatte ein Gesangsmikro, auch Keyboarder Uli Lickert wechselte für einen Song in die Mitte des Geschehens. Wer gerade nicht Solo sang, übernahm den "Background" – gut arrangiert, beeindruckend intonationsrein; auch die Mischung aus Männern- und Frauenstimme überzeugte. Thomas Heisler wechselte zwischen Frettless- und normaler Bassgitarre. Alles in allem ein Ensemble, das zu keinerlei musikalischen Klagen Anlass gab – die recht sorgfältig ausgesteuerte Verstärkeranlage tat ihr übriges; zu bemäkeln wäre allenfalls die unentschieden bis zu dunkel wirkende Ausleuchtung des Saals und die in wenigen Fällen nicht einleuchtende Keyboard-Programmierung. Die vier Sets der Band waren ein Gewaltritt durch viele Jahre Musikgeschichte. Covers Finest spielten Hits von Toto, Eros Ramanzotti oder Cher nicht einfach nur nach, sondern gaben den Songs durchaus ihre eigene, aber dennoch wieder erkennbare Gestalt. Klar erkennbar war eine Vorliebe für Altmeister Joe Cocker. Auch Jethro Tull, Fleetwod Mac, die Dire Straits, Pink Floyd’s (einer der Höhepunkte: "Brick in the wall") oder Santana kamen zu ihrem Recht. Herbert Grönemeyers Ballade "Mensch" war das einzige Lied auf Deutsch. Schön auch das "Happy anniversary" der Little River band. Der Abend zeigte übrigens zweierlei: Zwar geht im Laufe der Jahre das Provozierende des Rock’n Roll einfach verloren – aber von der Überfülle der so genannten populären Musik bleibt eine Essenz in den Köpfen der Leute haften und geht gleichsam über an die Stelle, aus der früher die Volkslieder entstanden, als es die heutige Musikindustrie noch nicht gab. Erstaunlich und erfreulich war auch, dass in Bleibach Menschen wirklich aller Altersklassen – von Kindern bis zur Großelterngeneration – tanzten. Manche bewegten sich einfach nach Lust und Laune zur Musik, andere tanzten richtig "klassisch". Die Stimmung war prächtig, nach vier Stunden wurde Covers finest natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen.

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Autor: Frank Berno Timm