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20. Januar 2011

Gutes Zeugnis für die Wiwili-Hilfe

Die Hilfe aus Freiburg für die nicaraguanische Kleinstadt Wiwilí wird auch von der EU unterstützt und als gut bewertet.

Ein Kindergarten in Weingarten sammelt 170 Euro für einen Kindergarten im fernen Wiwilí. Nach dem Tornado dort im vergangenen Juni spendeten Freiburgerinnen und Freiburger mehr als 3000 Euro und halfen so, 15 Familien in der nicaraguanischen Kleinstadt mit Baumaterial und Saatgut zu versorgen. "Das macht viel Mut", sagt Marlu Würmell-Klauss vom Freiburger Wiwilí-Verein, "und zeigt, dass die Partnerschaft in der Bevölkerung lebendig ist."

Zumal da auch regelmäßig Schüler, Lehrerinnen und Gewerkschafter in die mit Freiburg freundschaftlich verbundene Stadt reisen. Wo außerdem Patenschaften von Freiburgerinnen und Freiburgern 49 Kindern einen sonst kaum möglichen Schulbesuch ermöglichen. Es ist eine Partnerschaft, die auch von der Europäischen Union geschätzt und unterstützt wird. Gerade erst kam die Zusage über mehr als 25 000 Euro für die Reparatur von Trinkwasserleitungen und für den Wiederaufbau von 80 Häusern, die der Tornado zerstörte. Und seit etwa zwei Jahrzehnten fördert die EU Fünfjahresprogramme zur Armutsbekämpfung durch Hilfe zur Selbsthilfe. Zur Zeit (2007 bis 2012) mit gut 540 000 Euro für ein Programm zur nachhaltigen integrierten ländlichen Entwicklung in Wiwilí . Die restlichen 235 000 Euro kommen von der Stadt Freiburg und aus Spenden.

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Weil dieses Projekt – Häuserbau, Aufbau von Kleingewerbe und Hausgärten für Naturmedizin, Bauernmarkt, Latrinenbau, Wasserleitungen – nächstes Jahr ausläuft, bereitet der mit dem Wiwilí-Verein zusammenarbeitende Verein für ländliche Entwicklung ADEM jetzt schon den nächsten Förderantrag vor. Zwar noch mit Hilfe aus Freiburg, aber, meint Marlu Würmell-Klauss: "Unsere Partner dort müssen auf eigenen Füßen stehen lernen." Dabei kann ihnen zugute kommen, dass bei einer eine Auswertung des laufenden Programms durch die EU in Nicaragua alle Bereiche mit "B" beurteilt wurde (auf einer Skala von A bis D). "Da können wir stolz drauf sein."

Das nächste Programm hat sich als Schwerpunkte die Themen Wasser, Gesundheit und Dialog vorgenommen, die eng miteinander zusammenhängen. So ist die mit Freiburger Unterstützung 1990 fertiggestellte Wasserleitung längst sanierungsbedürftig. "Außerdem müssen ein Wassereinzugsgebiet eingerichtet und Latrinen gebaut werden", sagt Marlu Würmell-Klauss. Deshalb sollen 80 Promotoren ausgebildet werden, um die Menschen in Wiwilí dafür einfühlsam zu machen: Die Trinkwasserversorgung ist unsere Sache, sauberes Wasser ist ein Gut, für das wir uns um der Gesundheit willen einsetzen müssen. "Es ist ein Projekt, das die drei Themen verbindet, die Menschen einbezieht und direkt an deren Bedürfnissen ansetzt."

Im April wird die nächste Gruppe aus Freiburg nach Wiwilí reisen. Dort arbeitet schon seit seit einem halben Jahr Lisa Keller, Mitarbeiterin im Verein, mit den Misquitos – Indios, die an dem durch Wiwilí fließenden Rio Coco siedeln. Und seit November gibt der Freiburger Julius Schuster während eines unbezahlten Praktikums Deutsch- und Englischkurse in der nicaraguanischen Stadt. Sozusagen im Gegenzug würde der Wiwilí-Verein, hätte er die Mittel und Möglichkeiten, jungen Leuten von dort gern eine Ausbildung in Freiburg ermöglichen. In ihrer Heimat nämlich, beobachtet Marlu Würmell-Klauss, "erleben sie die brutale Perspektivlosigkeit eines Arme-Welt-Landes".

Kontakt: Wiwilí-Verein, Telefon 0761/442275; http://www.wiwili.de Konto 2298 71 756 bei der Postbank Karlsruhe, BLZ 660 100 75.

Autor: Gerhard M. Kirk