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21. April 2017

Allen Widrigkeiten getrotzt

Die Handballerinnen der HSG Freiburg sind zweitbeste Rückrundenmannschaft der Dritten Liga / Letztes Heimspiel gegen Regensburg.

  1. Im letzten Heimspiel will HSG-Coach Ralf Wiggenhauser einen Sieg seines Teams bejubeln können. Foto: Seeger

HANDBALL. "Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, wie viele Spielerinnen so lange verletzungsbedingt ausfallen würden, hätte ich geantwortet, dass wir bestenfalls um den Klassenerhalt spielen", sagt Ralf Wiggenhauser, Trainer der Drittliga-Handballerinnen der HSG Freiburg. Vom Verletzungspech geplagt mussten die jungen Spielerinnen Verantwortung übernehmen – und sie haben gezeigt, wie sehr sie an ihren Aufgaben nach so kurzer Zeit gewachsen sind. Am Sonntag, 20 Uhr, ertönt für die HSG der Anpfiff zum letzten Heimspiel der Saison gegen den ESV Regensburg.

Es war mit Sicherheit keine einfache Saison für die HSG. Sie jedoch lehrreich und vor allem war sie wieder erfolgreich. "Klar haben wir in den ersten Spielen ein paar Punkte liegen lassen", resümiert Wiggenhauser, "ich dachte aber ehrlich gesagt nicht, dass wir eine bessere Saison spielen könnten als im vergangenen Jahr, und jetzt haben wir sogar noch die Chance, die 30 Punkte knacken." 30 Punkte allerdings nur in der internen Rechnung, denn offiziell steht die HSG momentan mit 24 Punkten auf Rang fünf.

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Der Grund liegt im Derbysieg gegen Brombach, der nachträglich mit 0:0 und zwei Minuspunkten gewertet wurde, weil die minderjährige Kathrin Strub innerhalb von 48 Stunden drei Mal eingesetzt wurde. Mit einer Ausbeute von eigentlich 14:4-Punkten wäre Wiggenhausers Team die zweitbeste Rückrundenmannschaft. "Wir konnten drei der vier Teams über uns in der Rückrunde schlagen, haben insgesamt nur ein Mal gegen eine Mannschaft unter uns verloren", so der Coach, "ich bin sehr, sehr zufrieden, wie es unter den widrigen Umständen gelaufen ist."

Die personellen Voraussetzungen im HSG-Lager waren bekanntermaßen häufig alles andere als gut: Carolin Spinner, Nadine Epple, Kathrin Disch, Lara Ernst und am Ende auch noch Antje Matschenz – die Liste der Ausfälle bei den Freiburgerinnen wurde immer länger und länger. "Zeitweise hat uns eine ganze erste Sechs gefehlt", so Wiggenhauser. Die vielen Absenzen, so bitterböse das klingen mag, hatten aber im Nachhinein auch ihr Gutes. Denn so kamen Spielerinnen wie Anna Gempp, Hannah Person, Tessa Fischer oder Kathrin Strub zu ihren Einsätzen und zahlten das Vertrauen mit starken Leistungen zurück. "In der Rückrunde haben wir gezeigt, dass wir uns über die Saison hinweg positiv entwickelt haben, und ich denke, individuell sind die Spielerinnen, die fit waren, weitergekommen", erklärt der Trainer.

Wie wichtig es war, dass die "jungen Wilden" schon in dieser Saison Erfahrung sammeln konnten, wird sich in der kommenden Runde zeigen. Besonders, weil am Samstag drei wichtige, routinierte Spielerinnen die Bühne verlassen: Neben Antje Matschenz und Laura Frank wird auch Kathrin Disch die Handballschuhe an den Nagel hängen. "Antje bleibt der Mannschaft in irgendeiner Form erhalten, das steht fest", erklärt Wiggenhauser.

Die Abgänge sind schmerzlich, besonders der von Kathrin Disch: Seit ihrem 16. Geburtstag hatte sie für die HSG unter Wiggenhauser gespielt. "Sie hat immer mit einem Blick verstanden, was zu tun ist und war meine rechte Hand auf dem Feld", so der Coach. Außerdem wird Lara Ernst die HSG verlassen und zurück zu ihrem Heimatverein TV Lahr gehen.

Den Abgängen stehen bislang zwei talentierte Zugänge gegenüber: Jugendnationalspielerin Selina Margull kommt vom TuS Schutterwald und Alina Majcen wird aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft hochgezogen. "Derzeit stehen wir noch mit drei Spielerinnen in Kontakt", erklärt Wiggenhauser, "da ist aber noch nichts spruchreif". Was der Coach jedoch bereits jetzt zur nächsten Saison sagen kann: "Es wird innerhalb der Staffel viele Veränderungen geben, das wird definitiv spannend." Und wenn er für den Sommer einen Wunsch bei der guten Fee frei hätte? "Dann soll sie bitte für weniger Verletzungen sorgen."

Autor: Sandra Hennig