DHB-Frauen vorzeitig im WM-Achtelfinale

sid

Von sid

Mi, 06. Dezember 2017

Nationalmannschaft

Die deutschen Handballerinnen spielen bei der Heim-Weltmeisterschaft 22:22 gegen Serbien.

LEIPZIG (sid). Tabellenführung verpasst, Achtelfinale erreicht: Die deutschen Handballerinnen haben beim WM-Debüt von Ausnahmetalent Emily Bölk in einem regelrechten Krimi mit Mühe das erste Etappenziel geschafft. Der Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler genügte gegen Serbien in Leipzig ein 22:22 (9:11) zum vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde. Der EM-Sechste verpasste mit 5:1 Punkten allerdings den Sprung an die Spitze der Gruppe D. Serbien glich vier Sekunden vor dem Ende durch die wuchtige Kreisläuferin Dragana Cviji aus.

Beste Werferin der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) war Svenja Huber mit sechs Toren. In den ausstehenden Vorrundenspielen gegen China an diesem Mittwoch und Vizeweltmeister Niederlande am Freitag (beide 18 Uhr/ Sport1) geht es um den Gruppensieg.

"Serbien ist ein anderes Kaliber", hatte Biegler nach den Auftaktsiegen gegen Kamerun (28:15) und Asienmeister Südkorea (23:18) gewarnt. Seine Spielerinnen hörten auf ihren Coach und begannen äußerst konzentriert. Aggressiv in der Abwehr, variabel im Angriff – der Lohn war eine 6:2-Führung vor 3871 Zuschauern (11.). In der Folge schlichen sich aber zahlreiche Unsicherheiten ins deutsche Spiel ein. Die Deckung bekam immer weniger Zugriff auf die körperlich überlegenen Serbinnen, vorne wurden einige Chancen leichtfertig vergeben. Nach dem Ausgleich zum 8:8 (20.) nahm Biegler die erste Auszeit und wirkte beruhigend auf seine Spielerinnen ein. Das deutsche Angriffsspiel blieb aber bis zur Pause fehlerhaft, daran änderte auch die Einwechslung von Rückraumspielerin Emily Bölk in der 26. Minute nichts. Die als Ausnahmetalent gehandelte 19-Jährige stand nach überstandener Fußverletzung erstmals zur Verfügung. "Ich freue mich, endlich auf der Platte stehen zu können und dass es endlich auch für mich losgeht", sagte die 19-Jährige vor Spielbeginn.

Nach dem Wechsel zeigten die Gastgeberinnen ihr Kämpferherz, Jenny Karolius glich zum 11:11 (36.) aus. Das deutschen Angriffsaktionen waren aber weiterhin zu überhastet. Serbien war zudem robuster. Beim 13:16 (40.) nahm Biegler die nächste Auszeit. Torhüterin Katja Kramarczyk wurde zum Rückhalt, Rechtsaußen Huber glich per Siebenmeter aus (18:18/48.). Mit Zeitstrafen machte sich die DHB-Auswahl das Leben aber selber schwer, auch Biegler hatte sich nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung nicht im Griff und kassierte eine Strafe.

Doch in der Schlussphase kämpfte sich das deutsche Team nervenstark zurück. Kreisläuferin Karolius sorgte in der 59. Minute für die umjubelte Führung, am Ende reichte es aber nicht zum Sieg.

Weitere Ergebnisse, Gruppe A: Slowenien – Angola 32:25, Frankreich – Paraguay 35:13, Rumänien – Spanien 19:17. Gruppe B: Ungarn – Argentinien 33:15, Schweden – Tschechien 36:32, Norwegen – Polen 35:20. Gruppe C: Montenegro – Japan 28:29, Russland – Brasilien 24:16, Dänemark – Tunesien 37:19. Gruppe D: Südkorea – China 31:19, Niederlande – Kamerun 29:22 (Neben Deutschland und Serbien sind auch die Niederlande, Russland, Titelverteidiger Norwegen, Rumänien, Spanien und Frankreich bereits im Achtelfinale).