Verzweifelte Suche

Haare von Zweijährigem in Bohrloch in Spanien gefunden

afp

Von afp

Mi, 16. Januar 2019 um 21:44 Uhr

Panorama

Die Suche nach dem kleinen Jungen, der in einen 100 Meter tiefen Schacht gefallen ist, verläuft bislang erfolglos. Einsatzkräfte konnten bislang nur Haare von ihm finden.

Bei der Suche nach einem kleinen Jungen in einem engen und mehr als hundert Meter tiefen Bohrloch in Spanien haben die Einsatzkräfte Haare des Zweijährigen gefunden. "DNA-Tests der Guardia Civil (Polizei) belegen, dass sie zu dem Kind gehören", sagte der Präfekt von Andalusien, Alfonso Rodríguez Gómez, dem Sender Cadena Ser am Mittwoch. Die Behörden werten dies als ersten Beweis dafür, dass der Junge in dem Bohrloch sein muss. Ein Lebenszeichen von dem Zweijährigen gibt es jedoch weiter nicht. Der Bürgermeister des benachbarten Ortes Totalán, Miguel Angel Escaño, sprach von einem Hoffnungsschimmer, der "jede Minute abnimmt".

Mit einem Großaufgebot versuchten die Einsatzkräfte weiter, den Jungen zu finden und aus dem nur 25 Zentimeter breiten Schacht zu retten. Zuvor war bereits eine Tüte mit Süßigkeiten gefunden worden, die der Kleine bei sich getragen haben soll.

Retter versuchen, zwei neue Schächte zu bohren

Der Vater bedankte sich am Mittwoch bei allen Helfern, die unermüdlich nach dem Zweijährigen suchen. Die Familie war bereits im Mai 2017 vom Schicksal hart getroffen worden: Bei einem Strandspaziergang starb damals Julens älterer Bruder Oliver (3) an einem Herzversagen.

Der Einsatz ist kompliziert. Versuche, den jetzt vermissten Jungen mit zwei in den Schacht herabgelassenen Kameras zu orten, schlugen bislang fehl. Die Retter versuchen, zwei neue Schächte zu bohren – einen parallelen und einen schräg auf das Loch zulaufenden.

Der Zweijährige war nach Angaben seiner Familie am Sonntag in das Loch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Der Schacht war laut Medienberichten nicht abgesichert.