Ganze Lebenswelt rund um die Krippe

Cornelia Liebwein

Von Cornelia Liebwein

Fr, 08. Dezember 2017

Häusern

Viel Zeit und Geduld hat Giuliano Gottardi in eine besondere Krippenlandschaft investiert, die jetzt in Häusern zu sehen ist.

HÄUSERN. Originalität, aber auch Natürlichkeit, machen den Reiz des produzierten Lebens rund um die besinnliche Krippe aus, die im "Schöpperle" bis Mitte Januar stehen wird und die der 75-jährige Hobbybastler Guiliano Gottardi aus der Schweiz liebevoll gefertigt hat. Obgleich der Schweizer im Kern die Weihnachtsgeschichte zeigen möchte, hat er zusätzlich das pralle Alltagsgeschehen hübsch in verschiedenen Szenen verankert.

Wochen vor dem Fest befinden sich nun in dieser Miniaturwelt im "Schöpperle" in unmittelbarer Nähe der Krippe Häuschen aus Holz. Die Wiesen sind bewachsen mit Moos. Menschen und beladene Schlitten drängen sich darauf und auf Wegen. Zudem tummelt sich dort Verspieltes und Romantisches: Feuerstellen, Brunnen, Leiter, Zäune und mehr fügen sich in die Stimmung hinein. Gottardi hat an jedes noch so kleine Detail gedacht, an den Kamin auf dem Dach, an das gemütliche Grasen von Tieren, an das Plätschern von Wasser oder Beleuchten der Häuschen.

"Selbst Rechen, Besen, Sägen oder weitere klitzekleine Arbeitsgeräte habe ich handgefertigt", erzählt Giuliano Gottardi, der mit seiner Ehefrau Rosemarie aus dem Schweizer Würenlingen Stammgast in dem Hotel ist.

Bevor die erste Adventswoche angebrochen ist, platzierte Giuliano Gottardi zur Freude der Wirtin Ruth Wild seine Anfertigungen im Restaurant und verwirklichte die Vorstellungen, die schon lange in seinem Kopf gereift sind.

So spiegeln sich Ideen zur Ergänzung, der das Jahr über entstandenen Krippe, oder Erneuerung weiterer Darstellungen wider, deren Länge von 3,60 Meter und 1,60 Meter Breite einen großen Teil des Gastraums einnimmt. Verwendet dafür hat der rüstige Schweizer farbige Materialen, die er in der Natur fand, auf Wanderungen, auch in seiner alten Heimat Südtirol.

"Da sehe ich dann einen alten Ast auf dem Boden und weiß sofort: Das wird ein Teil der Krippe", berichtet er. Unlängst kam er am genagten Holz eines fleißigen Bibers vorbei. "Die Hölzer habe ich eingesammelt, getrocknet und für eines meiner Häuser verwendet". Für ein Schieferdach hat er Granit von den Dolomiten aus einer Höhe von 2500 Meter mitgenommen. Zum Anfertigen der Krippenlandschaft stand er den Sommer über auf seiner Terrasse zwischen Bergen aus Holz, Staub und Handwerksutensilien.

Hier, deutet er auf ein weiteres Häuschen, das ist von einem großen Baum der hintere Teil. Nachdenklich meint er: sein Hobby sei halt die Arbeit mit Holz.

Inmitten des Geschehens, in eine Höhle, hat er die Geschichte der Heiligen Familie gestellt. Die Höhle sei einst ein Korb gewesen, verrät er und zeigt auf das Gefertigte. Für die Struktur der Höhlenwand nahm er Backpapier, verrieb es in den Händen und hat es mit silberner Farbe aus der Sprühdose gefärbt. Beherrscht wird diese kleine Welt aber auch von einer Mühle, einem beschneiten Hang, Hühner im Gatter, wobei man stets die Hand des Architekten wiedererkennt, die des erfahrenen Bauherrn Gottardi.

Zudem schmiegt sich ein kleines Dorf mit Schulhaus in das Bild ein. Diese Häuser habe er 1944 an Weihnachten von seinen Eltern geschenkt bekommen, verdeutlicht der Rentner fast zärtlich. Und die Figuren, die da stehen, hatten schon die Großeltern, fügt er an.