Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

10. August 2010

Kraft, Ausdauer und etwas Glück

Beim Häusener Holzhauerwettbewerb reichte Können nicht aus.

  1. Eine äußerst effektive Technik, Pfeile zu sägen, legte Stefan Lopert an den Tag Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner

HÄUSERN. Neben Kraft und Ausdauer spielte beim diesjährigen Parcours des Holzhauerwettbewerbs zum Abschluss der Grüezi-Schweiz-Woche in Häusern auch das Glück eine Rolle. Der Wind spielte mit beim diesjährigen Wettbewerb, an dem sich wieder fünf Teilnehmer einen außerordentlich spannenden Wettkampf lieferten.

Auf’s Spielfeld gefahren wurden die Wettkämpfer durch die Fahrzeuge des Haflingerclubs Zürich-Oberland. Nachdem die Trachtenkapelle Hartschwand-Rotzingen die "Lustigen Holzhackerbuam" intoniert hatte, konnte es dann losgehen. Am Start waren Titelverteidiger und Lokalmatador Andrejas Leber, Hans Heuberger aus Zurzach, Stefan Lopert aus Bernau und die Brüder Jan und Nick Dietsche aus Klingnau. Zunächst galt es, von einem Stamm mit der Handsäge Holzscheiben abzusägen und mit diesen vermittels eines Golfschlägers fünf Kegel umzuschießen. Eine Aufgabe, die Geschicklichkeit, Glück und, wie sich bald zeigen sollte, eine ganze Menge Geduld erforderte. Während der Kandidat aus Bernau dieses erste Hindernis recht schnell hinter sich lassen konnte, blieb bei anderen Kandidaten ein einsamer Kegel stehen und wollte einfach nicht fallen. Andrejas Leber sägte und sägte und sägte – und hatte einfach kein Glück beim Absch(l)uss.

Werbung


Das Zusammensetzen, schärfen und betanken der Motorsäge war eine leichte Aufgabe für die fünf Profis, ebenso die Zerkleinerung von Fichtenrollen mit Axt oder Beil in handliche Scheite. Als erste Motorsäge startete die von Stefan Lopert, um aus einem Baumstamm ein Schweizerkreuz herauszusägen. Andrejas Leber spaltete wie wild Holz und holte merklich auf, aber auch Hans Heuberger kam mit seiner ruhigen Art gut voran. Als nächste Aufgabe kam das Feuermachen an die Reihe, danach das Sägen von Pfeilen und die Herstellung eines Bogens aus Haselstecken und Schnur. Dann galt es, mittels Längsschnitten aus einem längeren Stamm sowie mehreren kürzeren eine Leiter zu bauen, diese an einen stehenden Stamm anzunageln und mittels der am Feuer entzündeten Pfeile einen Spanhaufen im Ziel in Brand zu schießen und dadurch die darüber befestigten Knaller zur Explosion zu bringen.

Eine äußerst effektive Technik, Pfeile zu sägen, legte Stefan Lopert an den Tag, und er führte auch die Versuche an, den brennenden Pfeil ins Ziel zu befördern. Da indes wurde es noch mal ausgesprochen spannend. Titelverteidiger Andrejas Leber schoss mit dem Bernauer um die Wette, während die drei schweizerischen Teilnehmer abgeschlagen zu sein schienen. Aber der Häuserner hatte auch hier kein Glück im Abschluss. Stefan Lopert schoss zwar letztlich den verdienten Siegespfeil ab, Andrejas Leber jedoch wurde noch von Jan Dietsche, der gleich beim zweiten Schuss traf, auf den dritten Platz verwiesen. Im Anschluss war die Technik eines Vollernters zu bewundern. Das Beiprogramm hatte wieder einen Wettbewerb im Bogenschießen beinhaltet, für die Kinder war zudem eine Hüpfburg aufgebaut worden, und auch für das leibliche Wohl war wieder bestens gesorgt.

Autor: Karin Steinebrunner