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10. Februar 2012
Ohne die Präsenz im Internet geht es nicht mehr
UNTERNEHMEN IN DER REGION: Florian Zumkeller bereitet den "Adler" und das Chämi-Hüsle auf die Zukunft vor.
HÄUSERN. Im Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Und Hotels und gastronomischen Betriebe müssen sich auf das stark veränderte Reiseverhalten einstellen, um erfolgreich arbeiten zu können, sagt Florian Zumkeller. Mitunter müsse ein Betrieb starke Brüche in der Unternehmensphilosophie bewältigen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Seit Dezember führt er das Traditionshotel Adler – Ideen habe er bereits umgesetzt, die ersten Erfolge seien sichtbar.
Der 33-Jährige versteht sein Handwerk. Wie sein Vater Winfried Zumkeller und auch sein Großvater ist er Sternekoch – er führt das einzige Sternerestaurant im Hochschwarzwald. Lag der Schwerpunkt des Hauses bisher auf der Gastronomie, wird der nun auf das Hotel verlagert: "Ich will meine Zimmer optimal verkaufen", sagt Florian Zumkeller. Nur so könne er gewährleisten, dass er in Zukunft Investitionen stemmen kann. Und die größte Gefahr für den Erfolg eines Hotels sei ein Investitionsstau.
Der Umbruch hat 2011 begonnen: Zusammen mit seiner Frau Angela Haslbeck-Zumkeller hat er ein neues Onlinemarketingkonzept entwickelt und seit Mitte des Jahres ist die neue Internetpräsenz aktiv. "Da haben wir wahnsinnige Zuwachsraten gehabt", sagt der Hotelier. Dabei hatte die Familie wie manch anderer Betrieb zunächst die Entwicklung verschlafen, wie er sagt. Aber das Internet wird immer wichtiger, immer mehr Urlauber suchen ihr Urlaubsdomizil per Mausklick und mit Hilfe von spezialisierten Portalen. Wer da nicht präsent ist, weiß Zumkeller mittlerweile, hat schlechte Karten.
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Auch der "Adler" hatte in den vergangenen Jahren einen Negativtrend bei der Auslastung zu verkraften. Lange galt die Finanzkrise als Ursache. Dabei sei die nur einer von mehreren Gründen gewesen. Mit Hilfe des neuen Marketingkonzeptes sei die Jahresauslastung 2011 von 60 auf 70 Prozent gestiegen. Dabei war die zweite Jahreshälfte entscheidend – der günstige Wechselkurs zum Schweizer Franken half mit.
Durch das Internet habe sich auch die Altersstruktur der Gäste verändert. Auch junge Familien checken jetzt vermehrt in dem Vier-Sterne-Superior-Haus ein.
Weil er die zukünftigen Gäste an das Hotel heranführen möchte, soll es im Sommer auch ein Kinder- und Jugendprogramm zum Beispiel mit speziellen Kochkursen oder Goldwaschen geben.
Um auf Dauer attraktiv zu bleiben, müsse er regelmäßig investieren. Alleine für 2012 plant er einen Millionenumbau: Mehr als hundert Flurmeter, die Treppenhäuser, 20 Badezimmer und sieben Zimmer sollen auf den neusten Stand gebracht werden. Dafür will er die letzten Betriebsferien nutzen, die es im Traditionshotel geben wird. Danach werde das Haus ganzjährig geöffnet sein, vorgesehene Investitionen müssen dann während des Betriebs geschehen.
Im kommenden Jahr soll der Wellnessbereich attraktiver werden und in einigen Jahren möchte Zumkeller gerne auch ein Schwimmbad für seine Gäste bauen. Besser auslasten könne er seine Zimmer auch mit Hilfe eines neuen Computerprogramms, sagt er. Der Gast, der bis zu vier Mal übernachtet, erhält dann das Zimmer, das am besten in den Belegungsplan eingefügt werden kann.
Die gute Küche bleibt aber wichtig: Gourmet und Wellness lautet seine Ausrichtung, mit der er die Gäste überzeugen will. Die verschiedenen Zutaten seines neuen Konzeptes sollen in diesem Jahr zu einer Auslastung von 80 Prozent führen.
Nach dem Weggang seines Vaters hat sich auch das Konzept des Chämi-Hüsle am 1. Februar verändert. Dort soll günstige Hausmannskost von hoher Qualität geboten werden. Die Grundlage sollen wie im Gourmetrestaurant stets regionale Produkte sein.
Sein Vater Winfried Zumkeller und Schwester Stefanie Zumkeller wollen das "Schlössle" in Laufenburg pachten. Der Pachtvertrag soll nächste Woche unterzeichnet und das Restaurant im April eröffnet werden.
DER "ADLER" IN HÄUSERN
verfügt über 82 Betten in 44 Zimmern sowie eine Wellnessabteilung. Das Restaurant bietet bis zu 90 Plätzen. Das Unternehmen beschäftigt 60 Mitarbeiter.
bietet 80 Restaurantgästen Platz und verfügt über einen Bankettsaal
Autor: sb
Autor: Sebastian Barthmes
