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06. Mai 2009 20:50 Uhr

Haft wegen Randale beim Nato-Gipfel

Nach den Ausschreitungen am Rande des Nato-Gipfels in Straßburg ist ein Deutscher zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Er darf sechs Jahre lang nicht nach Frankreich einreisen.

  1. Polizisten bei einer Festnahme am Rande des Nato-Gipfels. Foto: ddp

Das Straßburger Landgericht sprach den 29-jährigen Berliner schuldig, bei einer Demonstration Steine geworfen und sich der Festnahme widersetzt zu haben. An einen Polizisten, dem dabei das Handgelenk brach, muss er 1000 Euro zahlen.

Wenn der Berliner die Strafe nicht in Frankreich verbüßen will, wo die Haftbedingungen derzeit scharf kritisiert werden, muss er dies extra beantragen. "Ich denke, wir gehen in Berufung", sagte sein Anwalt Eric Lefebvre nach dem Urteil.

Polizisten hatten ausgesagt, dass der 29-Jährige vor seiner Festnahme Steine warf. Doch Lefebvre machte im Prozess deutlich, dass sie ihn vom angegebenen Standort nicht sehen konnten.

Die Aussage eines Unternehmers im Ruhestand, der bei der Festnahme Zeuge war, ließ das Gericht aus Fristgründen nicht zu. Ihm zufolge wollten der Berliner und andere Deutsche die Demo verlassen, weil sie als Pazifisten die Krawalle ablehnten.

Drei Franzosen aus Tours entließ das Gericht wegen Formfehlern in der Anklageerhebung. "Das bedeutet aber nicht, dass Sie unschuldig sind", so der Richter. Sie wurden freigelassen. Ihnen war vorgeworfen worden, am Abend vor der Demonstration Flüssigkeiten gekauft zu haben, um Brandsätze zu bauen.

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Unterdessen haben Rechtshilfegruppen der Nato-Gegner eine Bilanz vorgelegt. Demnach gingen bei ihnen 1700 Anrufe ein, 464 Personen wurden festgenommen. Medizinische Helfer behandelten bei den Ausschreitungen am 4. April etwa 1000 Menschen, mindestens acht mussten ins Krankenhaus.

Zwei Tage nach den Krawallen waren bereits drei Deutsche verurteilt worden, einer davon zu einer Bewährungsstrafe.

Dossier: Alle Artikel und Fotos zum Nato-Gipfel

Autor: Constance Frey