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30. Juli 2012 00:08 Uhr

Formel 1

Hamilton siegt in Ungarn – Vettel ohne Chance

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel belegt beim Großen Preis von Ungarn nur den vierten Platz. Der Sieg geht an Lewis Hamilton, Michael Schumacher scheidet aus.

  1. Lewis Hamilton vor Sebastian Vettel Foto: dapd

BUDAPEST. Sebastian Vettel fühlte sich nach einem Rennen ohne jede Siegchance blöd, Michael Schumacher setzte nach einem rabenschwarzen Sonntag ganz auf die Nach-Urlaubszeit. Mit einer Menge Frust im Gepäck gehen die deutschen Formel-1-Stars in die vierwöchige Sommerpause. Weltmeister Vettel beendete den Großen Preis von Ungarn beim souveränen Sieg von Lewis Hamilton als Vierter und geht als WM-Dritter in die vierwöchige Pause.

Einziger Trost: Am Sonntag holte er zwei Punkte auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf, der in Budapest Fünfter wurde. "Wirklich enttäuscht bin ich nicht, aber ihr könnt auch nicht erwarten, dass ich hellauf begeistert bin", meinte Vettel kurz nach dem Zieleinlauf: "Es ist einfach blöd, wenn man sich anderthalb Stunden bei dieser Hitze abkämpft und dann die ganze Zeit im Verkehr feststeckt. Man kann ja auch nicht drüber fliegen."

"Es ist einfach blöd, wenn man sich anderthalb Stunden bei dieser Hitze abkämpft und dann die ganze Zeit im

Verkehr feststeckt."

Sebastian Vettel

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Die restlichen neun Rennen des Jahres könnten einen Fünfkampf um den Titel bringen: Ferrari-Pilot Alonso führt mit 164 Punkten vor Vettels Red-Bull-Kollege Mark Webber (124/Achter in Budapest), dem deutschen Weltmeister (122), Hamilton (117) und Kimi Räikkönen (116). Der finnische Ex-Weltmeister erreichte als Zweiter in Ungarn die bereits fünfte Podest-Platzierung in seiner Comeback-Saison nach zwei Jahren in der Rallye-WM. Hamilton nutzte derweil die 150. Pole Position in der Geschichte McLarens zum zweiten Saisonsieg.

Rekordweltmeister Schumacher hatte mit einem abgewürgten Motor einen Rennabbruch verursacht und danach eine Durchfahrtsstrafe erhalten. Vom letzten Platz beim zweiten Start hatte er sich auf Rang 18 vorgearbeitet, ehe er neun Runden vor dem Ende seinen Silberpfeil abstellen musste und damit im elften Saisonrennen zum sechsten Mal ausschied. "Da ist alles zusammengekommen", meinte der 43-Jährige: "Nach dem Start aus der Boxengasse war schon klar, dass nicht viel drin ist. Gewisse Rennen muss man einfach so hinnehmen, aber man hat an diesem Wochenende leider klar sehen können, dass wir im Moment nicht konkurrenzfähig sind." Nach der Sommerpause will Schumacher voll angreifen. Dafür müssten aber die Autos besser werden. Die Antwort, wie dies gelingen solle, falle zwar nicht leicht, aber: "Wie sagt man so schön im Schwabenland: Schaffe, schaffe, Häusle baue." Sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg holte von Startplatz 13 als Zehnter zumindest noch einen Punkt. "Damit muss man zufrieden sein", sagte der gebürtige Wiesbadener. Leer aus gingen neben Schumacher auch Nico Hülkenberg im Force-India- Mercedes auf Rang elf und Marussia-Pilot Timo Glock auf Platz 21.

"Das war ein unglaublicher Tag", sagte Hamilton und dachte dabei auch an Olympia in seiner englischen Heimat. Im Ziel jubelte Vater Anthony ausgelassen, im Vorjahr hatten sich Vater und Sohn noch zerstritten. "Zweiter ist ausreichend", meinte derweil Räikkönen mit gewohnt brummiger Stimme. Grosjean war dagegen richtig zufrieden: "Das war ein fantastisches Rennen!"

Nach dem Qualifying waren alle fünf deutschen Piloten unzufrieden gewesen. Glock hatte sich gar heftig mit seinem französischen Teamkollegen Charles Pic gestritten. "Vielleicht versteht er den englischen Funk nicht", sagte Glock, nachdem ihn Pic trotz Warnung über den Boxenfunk im Qualifying blockiert hatte. Eine Aussprache strebt der Odenwälder angeblich nicht an. "Das ist sinnlos", meinte er verärgert: "Es ist zum zweiten oder dritten Mal passiert, das muss das Team lösen."

"Wie sagt man so schön

im Schwabenland: Schaffe, schaffe, Häusle baue."

Michael Schumacher
Kurz nach dem Start war die Laune im deutschen Lager noch deutlicher schlechter. Vorne scheiterte der von Rang drei ins Rennen gegangene Vettel beim Überholmanöver gegen Romain Grosjean und wurde stattdessen gar von Jenson Button kassiert. Noch viel schlimmer begann es für Schumacher, der nach dem Startabbruch aus der Box starten musste. Glock hatte in der fünften Runde einen Dreher. Vettel verzweifelte derweil an Button und sendete einen Hilferuf in die Box. "Ich bin eigentlich viel schneller als Button. Wir müssen es über die Strategie machen", funkte er. "Wir versuchen, was geht", kam es zurück. "Jungs, bitte lasst uns irgendwas probieren", meinte der Weltmeister, zum Risiko bereit. Letztlich holte sich Vettel für die letzten acht Runden nochmal frische Reifen. Es reichte für die schnellste Rennrunde kurz vor Schluss, aber nicht mehr fürs Podium.

Schon einige Minuten vor dem Start hatte es in Budapest den ersten kuriosen Zwischenfall gegeben. Eines der Grid-Girls, die in der Startaufstellung die Nummern der Piloten hochhalten, war offenbar wegen der großen Hitze zusammengebrochen und musste herausgetragen werden. Sie wurde umgehend von einer anderen Frau ersetzt.

Autor: sid


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