Elisabeth Bonneaus Stilfrage

Hamstern beim Frühstücksbuffet – das geht gar nicht

Elisabeth Bonneau

Von Elisabeth Bonneau

Sa, 21. Juli 2018 um 14:22 Uhr

Gastronomie

Kein Hotelier hat etwas dagegen, wenn der Gast einen Apfel für sein Picknick einsteckt. Wenn man sich aber wiederholt am Buffet einen kompletten Picknickkorb zusammenstellt, hat das Konsequenzen.

Frage: Ich beobachte in Ferienhotels immer öfter, dass Gäste sich vom Frühstücksbuffet in mitgebrachten Behältnissen das Essen für den Tag mitnehmen: Sandwiches, Kuchen und sogar die Thermoskanne vom Frühstückstisch. Ist das in Ordnung?

Die Antwort von Elisabeth Bonneau: Meine zugegebenermaßen nicht repräsentative Umfrage unter Hoteliers ergab: Zum Thema Mitnahme von Shampoos und Seifen aus dem Bad sind die Meinungen geteilt. In den Augen mancher Gastgeber sind diese Gegenstände wie Bettwäsche und Sofakissen zur Benutzung während des Hotelaufenthalts gedacht, sie bezeichnen die Mitnahme als Diebstahl. Den sie aber in der Regel nicht ahnden. Ausnahme: Ein Gast packt die lederne Briefmappe oder den flauschigen Bademantel in den Koffer.

Andere Fachleute erklären Kosmetikartikel zu Werbeträgern wie Kugelschreiber und die früher allgegenwärtigen Streichholzbriefchen und kalkulieren deren Mitnahme in den Zimmerpreis ein.

Beim Frühstücksbuffet jedoch sind sich die Gastronomen einig: Keiner hat etwas dagegen, wenn der Gast einen Apfel oder eine Banane für sein Picknick einsteckt. Wenn Gäste sich jedoch wiederholt am Buffet einen kompletten Picknickkorb zusammenstellen, hat das Konsequenzen.

Manche erhöhen aufgrund des erhöhten Wareneinsatzes stillschweigend die Preise für das Buffet – wohl wissend, dass das manche Kunden unter dem Motto "mehr Ware für mehr Geld" dazu verführt, sich erst recht einzudecken.

Manche stellen Schilder aufs Buffet: "Nur zum Verzehr im Restaurant". Manche sprechen einen raffgierigen Gast dezent, aber direkt an; schließlich macht ein nicht geahndetes schlechtes Beispiel Schule. Wieder andere stocken das Personal zum Beaufsichtigen der Gäste auf. Auch das wird auf Dauer in die Kalkulation der Kosten für das Frühstück eingehen.

Was können Sie tun? Sicher nicht die Übeltäter denunzieren. Aber doch en passant einer Führungskraft die Frage stellen, wie sie zu der Problematik steht.
Die Autorin ist Kommunikationstrainerin
und lebt in Freiburg.