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02. Januar 2009 16:10 Uhr

Hans Stocker ist tot

Er gehörte vier Jahre dem Landtag von Baden-Württemberg an und war wesentlich am Auf- und Ausbau des Staufener Faust-Gymnasiums beteiligt: Hans Stocker starb 79jährig in der Nacht auf den Neujahrstag in Staufen.

  1. Vertrat über viele Jahre sozioaldemokratische Interessen in der Kommunal- und Landespolitik: Hans Stocker, der im Alter von 79 Jahren in der Silvesternacht starb. Foto: Lothar Böhnert

STAUFEN. In der Nacht auf Neujahr ist in Staufen Hans Stocker gestorben. Der frühere Studiendirektor am Faust-Gymnasium vertrat als Landtagsabgeordneter der SPD von 1972 bis 1976 den Breisgau in Stuttgart, hielt sich dann aber von der Politik fern. Er wurde 79 Jahre alt.

Hans Stocker hatte sich in seiner aktiven Zeit um den Aufbau leistungsfähiger Parteistrukturen gekümmert, da die Gebietsreform in den 70er Jahren nach neuen Ansätzen verlangte. Überhaupt war es ihm ein großes Anliegen, die Defizite des ländlichen Raums gegenüber städtischen Ballungszentrum auszugleichen. Im Petitionsausschuss des Landtages kümmerte er sich gerade auch um die Sorgen "des kleines Mannes", setzte sich für den Ausbau des Nahverkehrs im ländlichen Raum ein und bekannte sich zur sozialen Verantwortung bei der Schaffung von zukunftsfähigen und wohnortnahen Arbeitsplätzen. Als Lehrer war ihm auch die Bildungspolitik ein wichtiges Anliegen. Er redete nicht den großen Reformen das Wort, sondern setzte sich für eine ausreichende Ausstattung der Schulen sowohl in personeller als auch materieller Hinsicht ein. Auch gesellschaftliche Randgruppen fanden in ihm einen Fürsprecher, ebenso die Behinderten. So war er an der Gründung der Esther-Weber-Schule – Staatliche Schule für Körperbehinderte mit Internat – in Emmendingen-Wasser beteiligt. Vor seinem Ausflug in die Landespolitik vertrat Hans Stocker die Sozialdemokraten, deren Partei er über 40 Jahre angehörte, auch im Gemeinderat und im Kreistag. In den Schuldienst zurückgekehrt, stieg er am Faust-Gymnasium zum Studiendirektor und Fachabteilungsleiter für Französisch auf. Er war ein großer Befürworter der deutsch-französichen Freundschaft und engagierte sich im Rahmen der Städtepartnerschaft für den Schüleraustausch mit Bonneville. Aus gesundheitlichen Gründen trat er vorzeitig in den Ruhestand.

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Stocker, am Bodensee aufgewachsen, stammt aus einer kinderreichen Familie. In Konstanz besuchte er das humanistische Gymnasium, anschließend studierte er Romanistik, Geschichte, Politik und katholische Religion in Freiburg, München und Innsbruck. Zur Vorbereitung auf den Höheren Schuldienst trat er in das Studienseminar in Freiburg ein. Von dort kam er in den 60er Jahren an das damalige Staufener Progymnasium. Hans Stocker gehörte damals zu den Lehrer der ersten Stunde und war am Auf- und Ausbau zum Vollgymnasium maßgeblich beteiligt.

Autor: Markus Donner