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07. Februar 2012
Begeistert von der Arbeit
Jobst Bösenecker ist seit 100 Tagen evangelischer Pfarrer von Hartheim und Mengen.
HARTHEIM/MENGEN. Über ein Jahr lang war das Pfarramt der evangelischen Kirchengemeinde Mengen-Hartheim verwaist. Seit etwas mehr als 100 Tagen gibt es nun dort wieder einen neuen Pfarrer: Jobst Bösenecker, Doktor der Theologie, hat sich erfolgreich um diese Stelle beworben. Für ihn ist es seine erste Pfarrstelle. Es sei sehr schön gewesen, hierher kommen zu dürfen, sagt er.
Vor seiner Versetzung nach Mengen war Jobst Bösenecker Pfarrvikar in Müllheim. Er war direkt bei Dekan Hans-Joachim Zobel tätig und war Helfer in vakanten Pfarrstellen in den Gemeinden der näheren Umgebung von Müllheim.Bösenecker ist inzwischen in seiner neuen Gemeinde angekommen und von seiner neuen Arbeit geradezu begeistert. Schon bei seiner ersten Vorstellung war das Gefühl da, dass das gut passen könnte, meinte er. Außerdem fühle er sich inzwischen in Mengen richtig wohl und auch seine Ehefrau und seine Kinder seien sehr zufrieden, denn es sei ein schönes Zuhause hier. Auch der riesige Pfarrgarten will wieder bestellt werden. "Deshalb fühlen wir uns hier auch heimisch. "
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Bösenecker wurde 1967 in Bad Säckingen am Hochrhein geboren. Sein Vater war Pfarrer in Laufenburg, die Mutter stammt aus Norddeutschland. "Trotzdem kann ich die alemannische Sprache gut verstehen, auch wenn ich diesen Dialekt nicht spreche." Am evangelisch-theologischen Seminar in Blaubeuren machte er sein Abitur. Das Studium der Theologie folgte in Tübingen, in Bern und in Heidelberg, wo er auch sein erstes Examen ablegte. Anschließend war er an der Universität Rostock als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Dort promovierte er im Fach "Altes Testament". Anschließend ging es wieder zurück in den Schoß der Badischen Landeskirche, für die er vor seinem seelsorgerischen Wirken als Pfarrvikar in Müllheim zwei Jahre als Lehrvikar in Lauchringen am Hochrhein tätig war. Das zweite theologische Examen legte Bösenecker beim Oberkirchenrat in Karlsruhe ab.
Über die inzwischen vergangenen 100 Tage in seinem Amt zieht Bösenecker ein positives Fazit. Trotz der Kürze der Zeit habe sich schon einiges in der Gemeinde bewegt. "So haben wir in Hartheim in einem feierlichen Gottesdienst wieder eine neue Kirchenälteste in ihr Amt einführen können." Wichtig für ihn sei auch die Wiedereinführung eines "Besuchsdienstkreises" für Geburtstage von Gemeindegliedern ab 70 Jahren in Hartheim, den es in Mengen immer schon gegeben habe. Viele seiner Gemeindeglieder habe er bei Geburtstagsgratulationen oder Krankenbesuche schon persönlich kennen gelernt.
Für seine zukünftige Arbeit wünscht sich Bösenecker, dass er die Kinder- und Jugendarbeit in den Vordergrund stellen kann. Außerdem sollten die Verbindungen zwischen Mengen und Hartheim verstärkt werden und auch die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Schallstadt-Wolfenweiler sollte sich zu einem guten Miteinander entwickeln.
Wünschenswert sei auch eine gute Zusammenarbeit mit den Vereinen dieser beiden Gemeinden. Bestätigt sehe er seine Arbeit auch, wenn die Leute gerne zum Gottesdienst, aber auch zu anderen Gemeindeveranstaltungen kommen oder sich daran beteiligten.
Sein Verhältnis zur katholischen Kirche bezeichnet Bösenecker als sehr gut und sehr aufgeschlossen. Auch der persönliche Kontakt sei vorhanden. "Deshalb werden wir im März auch den Weltgebetstag und die ökumenische Bibelwoche gemeinsam vorbereiten."
Aber auch die Gemeindeglieder scheinen Bösenecker bereits in ihr Herz geschlossen zu haben. Ein Bewohner aus Hartheim war jedenfalls voll des Lobes über den neuen Pfarrer. Sein Kommentar "etwas Besseres hätte uns nicht passieren können" dürfte jedenfalls eindeutig sein.
Autor: Otmar Faller
