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10. Januar 2012 17:32 Uhr
Neujahrsempfang in Hartheim
Frauen-Power, ausgezeichnete Männer und Cindy aus Marzahn
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Die Ortsvorsteherinnen Faller und Hauß sowie die Fessenheimer Bürgermeisterin Stich und Bürgermeisterin Schönberger (von links) beim Anschnitt der Neujahrsbrezel. Foto: Alexander Huber
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Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger als Cindy aus Marzahn. Foto: Alexander Huber
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Rolf Imm bedankt sich mit einem Gedicht für die Verleihung der Bürgermedaille. Damit geehrt wurden auch Edgar Figlestahler (ganz links) und Otmar Faller. Foto: Alexander Huber
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Der neue Ehrenbürger Adolf Stork. Foto: Alexander Huber
HARTHEIM. Die Einweihung der Seltenbachhalle in Feldkirch gehörte zu den Höhepunkten im Hartheimer Gemeindeleben des Jahres 2011. Nun war die neue Halle mit dem Neujahrsempfang am Sonntagabend selbst Schauplatz für Rück- und Ausblicke. Neben den obligatorischen Reden und Grußworten gab es hochrangige Ehrungen, viel Musik – und einen Auftritt der besonderen Art.
Neujahrsempfänge sind traditionell Institutionen der Rückschau und der Erinnerung. Woran aber wird man sich wohl erinnern, wenn man auf den Neujahrsempfang 2012 in Hartheim zurückschaut? Vermutlich an Cindy aus Marzahn. Nun kam die aus Funk und Fernsehen bekannte Comedian mit dem derben Charme des Prekariats nicht leibhaftig in der Seltenbachhalle vorbei – deren Tour 2012 beginnt, wie man ihrer Homepage entnehmen kann, erst am 27. Januar, und auch nicht in Hartheim, sondern in Leipzig. Nein, wer da von dem Moderator des Abends, Hauptamtsleiter Bernd Wirbel, als "Überraschungspromi im XXL-Format" mit Helikoptergeräusch vom Tonband angekündigt wurde, war Bürgermeisterin Kathrin Schönberger höchstselbst. Die karnevalistische Einlage zum Jahresbeginn mit gelber Perücke, ausgestopftem Plüsch-Jogginganzug und flotten Sprüchen über feiertagsbedingte Zusatzpfunde und stramme Frauenhintern sorgte ersten Reaktionen zufolge im gut gefüllten Saal nicht nur für grenzenlose Erheiterung. Sollte Schönberger die Absicht gehabt haben, mit diesem Auftritt für Gesprächsstoff zu sorgen – das ist ihr zweifelsohne gelungen.
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Dabei hatte die Bürgermeisterin im darauf folgenden – etwas ernsteren – Teil des Abends eigentlich genug zu sagen. Ein für Hartheimer Verhältnisse ereignisreiches Jahr 2011 galt es in ihrer Neujahrsansprache Revue passieren zu lassen, die auch zahlreiche Dankadressen an Verwaltungsmitarbeiter, Gemeinderäte und engagierte Bürger enthielt. Als positive Höhepunkte des abgelaufenen Jahres nannte Schönberger unter anderem die Eröffnung des Kulturzentrums "Salmen", den neuen Panoramaweg, die neue Seltenbachhalle samt 1250-Jahr-Feier von Feldkirch, ein so nicht erwarteter Überschuss in der Stadtkasse in Höhe von einer Million Euro und nicht zuletzt die Änderung des Gemeindenamens: Hartheim heißt seit 2011 offiziell "Hartheim am Rhein".
Einen herzlichen Willkommensgruß richtete die Bürgermeisterin – neben der Freude über die Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Gäste wie etwa des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster und der Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich – an die Bürgermeisterin der Partnergemeinde Fessenheim, Fabienne Stich. Dabei sprach Kathrin Schönberger auch die unterschiedlichen Ansichten in den beiden Orten bezüglich eines Weiterbetriebs des AKW Fessenheim an, betonte aber: "Unsere Freundschaft hält das aus."
Für 2012 kündigte Schönberger weitere ambitionierte Projekte an: So sollen etwa nach der Schließung des Kindergartens St. Joseph die Ortsmitte neu gestaltet werde, neue Bauplätze in Feldkirch und Bremgarten entstehen und im Frühjahr eine Zukunftswerkstatt nach dem Vorbild von Neuenburg eingerichtet werden. Ausgesprochen deutliche Töne gab es zu der umstrittenen Aufschließung der Kiesgrube am Weinstetter Hof: Schönberger kündigte gegen das Projekt energischen Widerstand von Hartheimer Seite an und bemühte in diesem Zusammenhang gar das Beispiel Gandhis als Symbol des gewaltlosen Protestes.
Für Zündstoff könnten 2012 auch innerörtliche Themen sorgen – wie zum Beispiel die Zukunft der Feldkircher Abteilung der Hartheimer Feuerwehr. "Das wird eine schwere Entscheidung", deutete die Feldkircher Ortsvorsteherin Antoinette Faller an, die ebenso wie ihre Bremgartener Kollegin Dorothea Hauß und Fessenheims Bürgermeisterin Fabienne Stich ein Grußwort überbrachte. Anschließend komplettierte Kathrin Schönberger das Bürgermeisterinnen- und Ortsvorsteherinnen-Kleeblatt zum traditionellen Anschnitt der Neujahrsbrezel.
Quasi als Ausgleich zu soviel Frauen-Power gab es danach Ehrungen von vier Männern. Die Hartheimer Bürgermedaille erhielten Rolf Imm, Edgar Figlestahler und Otmar Faller. Alle drei sind Hartheimer Urgesteine, die sich auf vielen Feldern der Gemeinde engagiert haben. Imm bekam die Auszeichnung unter anderem als treibende Kraft bei der Sanierung des "Salmen" und als engagierter Hüter der alemannischen Mundart, Figlestahler wurde vor allem für sein Engagement im Hartheimer Turnverein geehrt; 24 Jahre lang war er Erster Vorsitzender dieses größten Hartheimer Vereins. Ein vielfältiges Engagement im Vereins- und Gemeindeleben hat auch Otmar Faller vorzuweisen. Faller, der seit vielen Jahren auch als Berichterstatter für die Badische Zeitung aktiv ist, wurde zudem für seinen großen Einsatz ausgezeichnet, mit dem er einen schwerkranken Hartheimer Mitbürger betreut.
Höhepunkt war schließlich die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Adolf Stork. Stork war von 1969 bis 1973 der letzte Feldkircher Bürgermeister gewesen und hatte "mit großer Motivation für den Zusammenschluss der drei Orte Hartheim, Bremgarten und Feldkirch gewirkt", wie Bürgermeisterin Schönberger betonte. Storks Engagement für Feldkirch und die Gesamtgemeinde Hartheim war überaus vielfältig, der Geehrte erhob in seiner Dankes-Replik freilich schmunzelnd den Zeigefinger – damit es nicht des Lobes zuviel werde. Der herzliche Beifall im Publikum indes zeigte, dass die hohe Auszeichnung den richtigen Adressaten gefunden hat. Schon Schönbergers Vorgänger Martin Singler hatte Stork auf dem Neujahrsempfang 2005 als "beliebtesten Menschen von Feldkirch" bezeichnet und erklärt: "Alles, was lebt, darf sich Ihrer besonderen Fürsorge erfreuen."
Ehrenamtlicher Einsatz wird in Hartheim generell groß geschrieben. Die stattliche Zahl von 75 Vereinen ist in den drei Ortsteilen aktiv, berichtete Barbara Locherer-Kuhs vom Vorstand des Gesangvereins Hartheim in ihrem Grußwort und erklärte: "Die Vereine haben es in der Hand, wie lebendig Hartheim ist." Klingende Kostproben dieses lebendigen Engagements gab’s natürlich auch bei diesem Neujahrsempfang: Der Musikverein Bremgarten sorgte für musikalische Untermalung ebenso wie der Gesangverein Hartheim und ganz zu Beginn der Kirchenchor Feldkirch – Letzterer gemeinsam mit Cindy aus Marzahn.
Autor: hub


