Genießen unter dem Drahtseil

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Di, 05. Dezember 2017

Hartheim

WIE WAR'S BEI der Chic’Oria-Dinnershow auf dem Bohrerhof in Hartheim / Fünfmal pro Woche zwischen 150 und 200 Gästen.

HARTHEIM-FELDKIRCH. Der Bohrerhof versucht den Drahtseilakt. Im dritten Jahr in Folge lockt ein außergewöhnliches kulinarisches Angebot ins Restaurant am Rande von Feldkirch. Feine regionale Speisen warten auf dem Teller, während internationale Artisten und Unterhaltungskünstler für Staunen sorgen. Unter dem Namen Chic’Oria lädt der Bohrerhof von 17. November bis 17. Dezember immer mittwochs bis sonntags zur Dinnershow. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Artistik: Ob die Artistin am Trapez durch das Restaurant schwingt, ob der Comedian auf einem mannshohen Ball durch den Raum balanciert oder das Künstlerduo auf dem Drahtseil seine athletisch-unterhaltsamen Akte aufführt – der große Beifall und das Lächeln auf den Gesichtern der Gäste sprechen eine eindeutige Sprache. Eindrucksvoll wirkte auch, wie spontan und individuell die internationalen Künstler auf die verschiedenen Situationen reagieren. Einem Schweizer Paar brachten sie – augenscheinlich zu deren großer Freude – ein ganz privates Ständchen dar. "Es ist schön zu sehen, dass die Gruppe so gut funktioniert", sagte Bruno Bohrer, der den Hof gemeinsam mit seiner Frau Petra leitet. "Und wie sie auch auf die Gäste eingeht."

Stimmung: Leichtigkeit, Spaß und Staunen stehen im Mittelpunkt des Programms, durch das der niederländische Comedian Reinier Groustra unter bewusster Betonung seiner sprachlichen Herkunft führt. Und allzu gezwungen sollten auch die Gäste nicht sein, verdrängt doch etwa der Clown einen Mann von den Stühlen, um auf seinen mannshohen Ball zu klettern, auf dem er die anschließend durch den Saal wirbelt. Zur besonderen Stimmung trägt auch das Spiel mit der Saalbeleuchtung bei: mal in festlichem Rot, mal dunkel mit einem Scheinwerfer auf den Künstler. Die Freiburger Agentur Event Now führt dabei den gesamten Abend Regie.



Essen:
Ein aufmerksames Serviceteam bringt den Gästen ein vorher reserviertes Vier-Gänge-Menü: wahlweise mit Fleisch oder vegetarisch. Als Hauptgang warten gekräuterte Rinderfilets im Kalbsmantel oder Pilz-Gruyere-Strudel, jeweils mit Mandelgnocchi, Zuckerschoten und Romanesco. Von den Feldern des Bohrerhofs hat es der Ackersalat und eine kleine Portion Chicorée auf die Teller geschafft. Zubereitet werden die Leckereien, die inklusive Showprogramm, aber ohne Getränke für 95 Euro an Freitagen und Samstagen, sonst für 85 Euro angeboten werden, in der offen einsehbaren Küche.

Restaurant: Aus der Herausforderung, dass das Restaurant von seiner Architektur her zweigeteilt ist, hat sich aus Sicht von Bruno Bohrer mittlerweile ein Vorteil ergeben. Wenn etwa in der einen Hälfte die bis zu 100 Gäste bedient werden, können die Künstler auf der anderen Seite weiter für Unterhaltung sorgen. Umso mehr wird die Trennung zur Chance, wenn diese in das Programm der Künstler – etwa der Jongleure oder des Clowns – aufgenommen werden. Und verpassen muss auch kein Gast etwas, zumindest fast: Denn mit Ausnahme der Vorführungen am Trapez und einem Klettertuch, die beide fest an der Restaurantdecke angebracht sind, finden alle Programmpunkte in beiden Hälften statt. Mal nacheinander, mal zur gleichen Zeit.

Besonderheiten: Wer einen Blick in die Produktion des landwirtschaftlichen Betriebes werfen möchte, hat dazu im sogenannten Darkroom die Gelegenheit. Denn direkt neben dem Restaurant befindet sich der an den Abenden zugängliche Raum, in dem die Chicorée-Jungpflanzen bis zu ihrer Ernte wachsen. Den musikalischen Rahmen, den das Quartett in der Mitte des Raumes um den Abend spannt, ist – der sprachlichen Nähe von Lied und Programm sei Dank – der Titel "Schickeria" der Spider Murphy Gang.

Fazit: Bei Chic’Oria erwartet den Gast eine angenehme und überzeugende Mischung aus feinem Essen, gutem Service und einem Unterhaltungsprogramm, das begeisterte Blicke auf sich zieht und sich zurückhält, wenn sich die Gäste ihren Tellern zuwenden. "Wir sind mehr als zufrieden", sagt Bruno Bohrer. "An jedem der 23 Abende haben wir zwischen 150 und 200 Gäste." Es seien aber für alle Abende noch Plätze frei, so Bohrer.

Info: Reservierungen sind möglich unter Tel. 07633/92332120
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