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30. Januar 2012
Gerechtigkeit als das zentrale Organisationsprinzip
Rund 100 Gäste besuchen den Neujahrsempfang des SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Bayer im "Salmen".
HARTHEIM (BZ). "Bessere Bildung für alle, die Energiewende und Baden-Württemberg zum Musterland für "gute Arbeit" machen" – das sind für Christoph Bayer, MdL, die drei politischen Schwerpunkte in dieser Legislaturperiode.
Der SPD-Landtagsabgeordnete hatte unter dem Motto "Raus aus der Wachstumsfalle" zu seinem Neujahrsempfang in das historische Gasthaus "Zum Salmen" nach Hartheim eingeladen. Fast 100 Gäste hörten Programmatisches und Grundsätzliches zur politischen Lage in Land und Bund.
"Der Wechsel hat begonnen", leitete Bayer ein und drückte seine Freude darüber aus, dass der Neujahrsempfang 2012 unter gänzlich neuen politischen Vorzeichen stehe: Nach zehn Jahren als Oppositionspolitiker seien ihm nun als bildungspolitischer Sprecher einer Regierungsfraktion neue Aufgaben und auch ein "gerüttelt´ Maß an zusätzlicher Verantwortung" zugewachsen.
Über das drängende politische Alltagsgeschäft hinaus wolle er es sich aber nicht nehmen lassen, weiter auch grundsätzlichen Fragen nachzugehen: "Ich möchte den Blick lenken auf eine durchaus noch zaghafte Debatte, die sich mit einer Wirtschaft, einer Politik, einem Leben jenseits des Wachstums befasst." Und im Weiteren stellte Bayer die These auf, es sei, auch global gedacht, genug zum "guten" Leben für alle Menschen da, wenn nicht Wachstum, sondern Gerechtigkeit das zentrale Organisationsprinzip sei.
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Er wolle mit diesem Neujahrsempfang dazu beitragen, die gesellschaftliche Debatte darüber anzuregen, wie denn unter den derzeitigen Vorzeichen die Gesellschaft der Zukunft aussehen solle, wie wir künftig leben wollten. Bei allen drängenden Problemen derzeit, so Bayer abschließend, müssten gerade Sozialdemokraten eine Wertedebatte führen, die die ökologischen und die sozialen Fragen zu Kernthemen machten. Nur so könne die Sozialdemokratie wieder zur gestaltenden politischen Kraft werden. Bei allen derzeit drängenden Problemen, so Bayer abschließend, müssten gerade Sozialdemokraten eine Wertedebatte führen, bei der die Verknüpfung der sozialen Frage mit den ökologischen Herausforderungen zum Kernthema gemacht werden müsse. Nur so könne die Sozialdemokratie wieder zur gestaltenden politischen Kraft werden.
"Sein oder Nichtsein" war auch einen Stock höher, im Festsaal des "Salmen", die Frage: Das farbenprächtige, an das Bild "Cena a casa di Levi" des italienischen Renaissance-Malers Paolo Veronese erinnernde Wandgemälde an der Rückseite der Saalbühne wurde den Neujahrsgästen von Paul Altenburger, dem Vorsitzenden des Salmen-Vereins und Eddy Weeger, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Salmen-Vereins, in zwei Führungen ausführlich erläutert.
Dietrich Schwanitz, früh verstorbener ehemaliger Besitzer des historischen Gasthauses, hatte den dunklen Hamlet mit Totenschädel in den Händen so plastisch in Szene setzen lassen, als ob er eben über seine so berühmte existenzielle Frage nachdenke.
Nicht zufällig hatte der Bildungspolitiker Christoph Bayer in die Räume des verstorbenen Bildungstheoretikers Schwanitz zur Einstimmung aufs neue Jahr geladen. Die Bezüge zum tiefsinnigen und schalkhaften Shakespeare billigte er augenzwinkernd.
Autor: bz
