Mit 80 weiter im Dienst

Otmar Faller

Von Otmar Faller

Sa, 28. Juli 2018

Hartheim

Hubert Ritzenthaler ist seit 1981 Friedhofwärter in Hartheim.

HARTHEIM AM RHEIN (ofa). Am morgigen Sonntag feiert Hubert Ritzenthaler in Hartheim in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Er ist kerngesund immer voller Tatendrang. Auch seine körperliche Fitness deutet nicht in geringsten auf sein wahres Alter hin. Er meistert nicht nur problemlos seinen Alltag, sondern er ist, und das dürfte wohl einmalig sein, seit 1981 nach wie vor im Dienst der Gemeinde Hartheim als Friedhofswärter tätig.

Geboren wurde er im Jahre 1938 in Hartheim. Zusammen mit zwei Schwestern hatte er ein behütetes Elternhaus und noch während des Krieges wurde er im Jahre 1944 eingeschult. Allerdings war ein geregelter Unterricht bis zum Kriegsende unmöglich und nach der Schulentlassung im Jahre 1952 war er froh, im Kieswerk Knobel eine Arbeitsstelle gefunden zu haben. Nach 13 Jahren wechselte zum Militärflugplatz in Bremgarten, wo er bis zur Personierung weitere 32 Jahre arbeitete. Nach der Eheschließung mit seiner Hertha und der Geburt von Sohn Sascha war das Familienglück perfekt. Vollwertige Familienmitglieder waren aber auch die beiden Söhne seiner Ehefrau aus deren erster Ehe. Als junger Bursche war er Mitglied des Gesangvereines Hartheim und als im Jahre 1964 der Narrenverein "Die Rheingeister" aus der Taufe gehoben wurde, gehörte er zu den Gründungsmitgliedern und war später einige Jahre erster Vorsitzender und ist als "Ehrennarr" immer noch aktiv. Dafür wurde er mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Die Tätigkeit als Friedhofswärter und Leichenbestatter hat er quasi geerbt. Schon sein Großvater Paul und sein Vater Josef waren Friedhofswärter und Totengräber. Mit 14 Jahren schon hat er seinem Vater bei Beerdigungen geholfen und als dieser im Jahre 1981 durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, hat er dessen verantwortungsvollen Tätigkeiten wie selbstverständlich übernommen". So vergeht auch kein Tag, an dem er nicht auf "seinem" Friedhof nach dem Rechten schaut. Überaus sorgfältig und gewissenhaft übt er seine Tätigkeit aus und ist immer noch hauptverantwortlich für die Bestattungen, auch in den Ortsteilen, und vor allem für die Pflege der Grünanlagen auf dem Hartheimer Friedhof. Wiederholt wurde dieser bei früheren Dorfverschönerungswettbewerben zu den am besten betreuten des Landkreises gewählt.

Natürlich hat sich im Laufe der Zeit auch vieles verändert. So wurden am Anfang seiner Tätigkeit die Gräber noch von Hand ausgehoben. Erst seit dem Jahre 1992 Jahren graben Bagger die Gräber und auch die Urnenbestattungen haben seit dieser Zeit zugenommen. In seiner langen Dienstzeit als Totengräber kann er auf rund 700 Beisetzungen zurückblicken. Auch die Gemeinde ist mit seiner Arbeit sehr zufrieden: Bereits 2002 erhielt er den Ehrenteller der Gemeinde.

Gefeiert wird am Sonntag im Kreise der Familie und vielen Freunde.