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10. Oktober 2009

"Nicht zaudern, sondern entschlossen die Probleme anpacken"

Bürgermeisterkandidatin Kathrin Schönberger will im Fall ihrer Wahl Verwaltungsvorgänge beschleunigen und Hartheims Position in der Region stärken

  1. Kathrin Schönberger Foto: M. Donner

HARTHEIM. Sie ist angetreten, um Hartheim auf die Siegerstraße zu führen. "Hartheim gewinnt" lautet denn auch Kathrin Schönbergers Motto für den Bürgermeisterwahlkampf. Gewinnen möchte am 18. Oktober natürlich auch die Kandidatin selbst. Ob die 41-Jährige tatsächlich Bürgermeisterin wird, darüber entscheiden die Wählerinnen und Wähler.

Damit viele ihren Namen ankreuzen, dafür hat die Diplom-Verwaltungsfachwirtin (FH) seit der Abgabe ihrer Bewerbung am 18. Juli einiges unternommen, um sich den Hartheimern bekannt zu machen. In den beiden Wochen vor der Wahl nutzt die Kandidatin, die in Freiburg lebt, ihren Urlaub dazu, um noch weitere der 2600 Haushalte zu erreichen. Dem persönlichen Gespräch mit den Bürgern misst die Kandidatin hohe Bedeutung bei. Zum einen erfahre sie so unmittelbar, was die Bürger beschäftigt und wie sich diese aus eigener Anschauung die kommunale Zukunft ihrer Gemeinde vorstellen. Zum anderen könne sich der Wähler in dem Dialog ein ganz persönliches Bild von der möglichen Bürgermeisterin machen.

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Mit erstaunlichem Selbstbewusstsein und der Überzeugung, in Hartheim die bessere Wahl zu sein, macht Kathrin Schönberger dem Stelleninhaber, der gerne ein Mandat für seine zweite Amtsperiode hätte, die Führungsrolle streitig.

Dabei sind die Ausgangsbedingungen für die Bewerberin, Mutter eines Sohnes und einer Tochter im Alter von 14 und zehn Jahren, alles andere als leicht: Geboren und aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, geschieden und als "Seiteneinsteigerin" erst seit fünf Jahren in der Verwaltungslaufbahn, hat sie gegen mögliche Vorurteile anzukämpfen. Dass es Frauen bei gleicher Qualifikation doppelt schwer hätten, in gehobenen Positionen anerkannt zu werden, sei ja nicht neu. Kathrin Schönbergers Ehrgeiz stachelt es dafür umso mehr an, eine Männerbastion zu brechen und die erste Bürgermeisterin im Landkreis zu werden. "Hartheim hat jetzt die Chance dazu."

Hosenanzug, modische Frisur und dezent geschminkt – so saß die einzige Frau unter den Bewerbern auf dem Podium bei den öffentlichen Wahlveranstaltungen. Den Beweis, mit allen brennenden Themen der Hartheimer vertraut zu sein, blieb sie bei diesen Auftritten nicht schuldig. Während ihres Studiums an der Verwaltungshochschule in Kehl, absolvierte sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Rathaus der Hardtgemeinde. Wohl schon in dieser Zeit reifte der Entschluss, hier und sonst nirgendwo Bürgermeisterin werden zu wollen. Hartheim, Feldkirch und Bremgarten sollen noch ein stärkeres "Wir-Gefühl" entwickeln, sagt Kathrin Schönenberg. Aus ihrer engen Verbundenheit zu der Gemeinde ziehe sie all die Kraft und Energie, um mit den nach ihrer Auffassung plausiblen Argumenten am 18. Oktober den besseren Stich zu machen. "Man kann in Hartheim so viel bewegen, weil so viel im Argen liegt", gibt die Kandidatin die Richtung vor, sollte sie das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler gewinnen. Aus der Zeit ihres neunmonatigen Praktikums kenne sie den Gemeinderat und die Verwaltung nur allzu gut, habe in Hartheim viel gelernt und positive Erfahrungen gemacht. Die Sympathie, die sie für die Gemeinde empfinde, wolle sie als Bürgermeisterin in wirkungsvolle Kommunalpolitik umsetzen. Nicht zaudern, sondern entschlossen handeln – das würde sie vom derzeitigen Amtsinhaber unterscheiden. Oft werde im Gemeinderat über Nichtigkeiten diskutiert, während die wirklich drängenden Probleme dabei zu kurz kämen. "Ich setzte auf die Entscheidungsfreude der politischen Gremien", sagte die Kandidatin, die sich selbst als "Teamplayerin" bezeichnet und im Falle ihrer Wahl alles tun möchte, um Verwaltungsvorgänge zu beschleunigen. Auch was die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde anbelangt, sei in Hartheim einiges zu verbessern, etwa über das Instrument von Bürgerversammlungen.

Als wichtig stuft Kathrin Schönberger auch die Wahrnehmung von Hartheim in der Region ein. Ein Ort mit mehr als 5000 Einwohnern habe "ein Recht auf Souveränität". Sei es die Mitsprache im Zweckverband des Gewerbeparks Breisgau ("Mit dem Eschbacher Bürgermeister Harald Kraus rede ich auf Augenhöhe") oder die Weichenstellung für den Erhalt der Alemannenschule, die interkommunale Zusammenarbeit müsse für alle Beteiligten zum Nutzen sein. Keiner lebe auf einer "Insel der Glückseligkeit", postuliert Kathrin Schönberger und führt als Beispiel die unverzichtbare Entschlossenheit der gesamten Region bei der Formulierung der Anforderungen zum Bau des 3. und 4. Gleises an. "Wenn in Berlin gegen die Interessen der Bürger entschieden wird, ist das nicht tolerierbar", sagt Kathrin Schönberger mit dem Hinweis, dass sie an einer Bahnlinie aufgewachsen sei und somit nur allzugut wisse, wovon gesprochen werde.

Kann sich ein parteiloser Bürgermeister überhaupt Gehör verschaffen? Ja, meint die Kandidatin, denn Unterstützung in der Sache könne man sich jederzeit auch ohne Parteibuch verschaffen. Das gelte auch für den Kreistag, in dem etliche Bürgermeister in der Fraktion der Freien Wähler gute Arbeit für ihre Gemeinden leisten würden.

Für Kathrin Schönberger steht außer Frage, dass sie in Hartheim leben wird, sollte sie Bürgermeisterin werden. Um sich mit dem Ort identifizieren zu können und den Puls der Menschen zu spüren, müsse man selbst Teil der Bevölkerung sein. Nur wer seinen Lebensmittelpunkt in Hartheim habe, könne aus eigener Anschauung ermessen, warum den Bürgern beispielsweise schnellere Datenleitungen für das Internet so wichtig sind.

"Zum Bürgermeister wird keiner geboren, man muss sich einarbeiten und auf die mit dem Amt verbundenen Herausforderungen einlassen", beschreibt Kathrin Schönberger ihren festen Willen, aus Hartheim einen Gewinner zu machen.

Autor: Markus Donner