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10. Februar 2012

"Regional und saisonal ist optimal"

Von Online-Marketing bis Mammografie-Screening: viele Themen beim Bezirks-Landfrauentag in Feldkirch.

  1. „S’eige zeige – s’eige schnaige“ in Laufen war für die Landfrauen eine erfolgreiche Veranstaltung, um die Güte regionaler Produkte anzupreisen. Bei ihrem Bezirkstag in Feldkirch standen aber nicht nur ernste Themen an: Sabine Thoma und Petra Grathwol sorgten mit einem Sketch für Aufmunterung. Foto: S. Faller/D. Möller-Barbian

  2. Foto: Dorothee Möller-Barbian

HARTHEIM-FELDKIRCH. Großer Andrang in der neuen Seltenbachhalle, als dort am Dienstag der Bezirk Müllheim des Landfrauenverbandes Südbaden für seine 750 Mitglieder den Bezirks-Landfrauentag veranstaltete. Bewirtet vom Landfrauenverein Hartheim folgten die Gäste einem umfangreichen Programm, das neben vielen Informationen auch heitere Unterhaltung bot.

Irmtraud Mattlin, die gemeinsam mit Susan Fader den Bezirk Müllheim führt, und Ortsvorsteherin Antoinette Faller als Vertreterin von Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger, hießen die Gäste willkommen. Zu ihnen zählten auch Vertreter des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald und des Regierungspräsidiums. Susan Fader blickte in ihrer Ansprache auf die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und nannte als erstes den regionalen Markt, mit dem die Landfrauen im Mai 2011 unter dem Motto "s’eige zeige – s’eige schnaige" in Laufen für regionale und saisonale Produkte warben. "Ein großer Erfolg", resümierte Fader. Sie erinnerte daran, dass zu dieser Zeit das fast schon wieder vergessene Ehec-Virus die Verbraucher verunsicherte und verschiedene Gemüsesorten und Betriebe als Gefahrenquelle in Verdacht gerieten, bis die Erreger schließlich in Bockshornkleesamen aus Afrika gefunden wurden.

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Daran knüpfte die Referentin an und stellte ein neues, vom Landfrauenverband Südbaden verfasstes Positionspapier vor. Es formuliert das zentrale Anliegen des Verbandes, Konsumenten für die Arbeit und Bedeutung landwirtschaftlicher Betriebe zu sensibilisieren. Die Verbraucher sollen dafür gewonnen werden, sich kritisch gegenüber dem oft "weitgereisten" Angebot der Supermärkte zu verhalten und, ehe sie danach greifen, die langen, mit Vitaminverlust und Umweltbelastung einhergehenden Transportwege zu bedenken oder die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen auf den Großplantagen gearbeitet werden muss. Auch werde bei gedankenlosem Auswählen aus dem globalen Warenangebot der lokalen Landwirtschaft die Existenzgrundlage entzogen und die Vielfalt der Kultursorten gehe verloren, so die Argumentation in dem Papier.

"Regional und saisonal ist optimal", gab sich Susan Fader überzeugt. Allen, die den regionalen Markt ermöglicht hatten, dankte sie und teilte mit, dass im Jahr 2013 wieder eine solche Veranstaltung organisiert werden soll. Auch erwähnte sie das auf Bezirksebene im März stattfindende (bereits ausgebuchte) Seminar "Mit Takt und Stil" zum Thema Umgangsformen und noch einen weiteren wichtigen Termin im gleichen Monat: ein Gespräch der Bezirksvorsitzenden des Verbandes mit Politikern des Bundes-, Landes- und Europa-Parlamentes, bei dem die Landfrauen ihre Anliegen vortragen können.

Die Vizepräsidentin des südbadischen Verbandes, Luise Blattmann, informierte über die Angebote des Bildungs- und Sozialwerkes, mit denen die Landfrauen für die Zukunft fit gemacht werden sollen. Sie bot den Ortsvereinen Unterstützung bei der Erstellung einer eigenen Homepage an, wovon einige der Vereine bereits Gebrauch gemacht haben. Eine erste Schulung "Das Einmaleins des Online-Marketings" hat auch schon stattgefunden, eine neue, fünftägige Schulung "Landfrauen im Verkauf: Mit Coaching zum Erfolg" findet zwischen dem 8. und 22. Mai in Staufen statt.

Mit dem Sketch zweier Marktfrauen, die sich beim Anpreisen von Tomaten und Zwiebeln gegenseitig zu überbieten suchen, gaben Sabine Thoma und Petra Grathwol vom Hartheimer Landfrauenverein dem Nachmittag eine heitere Note. Zu einem ernsten Thema sprach anschließend der Freiburger Gynäkologe Klaus Weingard. Sein Vortrag über Mammografie-Screening war gespickt mit Informationen inklusive Zahlenmaterial und fachspezifischen Benennungen. Ziel der Maßnahme, zu der alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im Zweijahresturnus eingeladen werden, sei die Früherkennung des Brustkrebses zur Verbesserung der Heilungschancen. Verhindert werden könne die Krankheit damit nicht, erklärte Weingard unter anderem. Die Strahlenbelastung stellte er als minimal dar. Hierzulande würden jährlich 55 000 bis 60 000 Neuerkrankungen und 18 000 Todesfälle registriert. Die Untersuchung sei freiwillig und kostenlos. Bei neun von zehn Frauen ergäbe sich kein positiver Befund. Auffälligkeiten seien noch nicht gleichbedeutend mit einer Krebsdiagnose. Weingard riet den Frauen, zum Screening zu gehen.

Autor: Dorothee Möller-Barbian