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19. Januar 2012

"Zahlen stimmen uns optimistisch"

Hartheim verabschiedet den Haushalt für 2012.

  1. Derzeit nimmt die Gemeinde Hartheim etwas mehr Geld ein als sie ausgibt – da bleibt dann auch was fürs Sparschwein, sprich den Vermögenshaushalt, übrig. Foto: DPA

HARTHEIM. Der Hartheimer Etat für 2012 ist unter Dach und Fach. "Die Zahlen stimmen uns optimistisch", hatte Rechnungsamtsleiterin Anja Hofert bereits in der Gemeinderatssitzung im Dezember die Haushaltsbudgetierung für dieses Jahr erklärt. Weil die Bilanz bereits im vergangenen Jahr erheblich besser ausfiel als geplant und für 2012 ebenfalls mehr reinkommen soll als ausgegeben werde, müssen die Bürger erfreulicherweise, so ergänzte Bürgermeisterin Kathrin Schönberger, "in diesem Jahr auch nicht mit Steuer- oder Gebührenerhöhungen rechnen".

Der Etat für das Jahr 2012 weist eine positive Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt in Höhe von 143 200 Euro aus. Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 8,371 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt auf 1,6487 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen des Hartheimer Haushalts 2012 beträgt damit gut 10 Millionen Euro.

Unter den Zahlen, mit denen ein Haushaltsplan aufwarten kann, ist die sogenannte Zuführungsrate eine Kennziffer, die verdeutlicht, wie es um die Finanzkraft einer Kommune bestellt ist. Erwirtschaftet eine Gemeinde im laufenden Betrieb – der im Verwaltungshaushalt abgerechnet wird – mehr als sie ausgibt, so kann sie davon etwas in den Vermögenshaushalt stecken. Investitionen, wie etwa die Gestaltung einer neuen Ortsmitte, für deren Planung 20 000 Euro im Etat stehen, können mit diesen Mitteln – die als positive Zuführungsrate ausgewiesen sind – getätigt werden.

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Eine schlichte Null steht im Haushaltplan unter dem Posten "Kreditaufnahmen". Mehr Einnahmen gegenüber dem vergangenen Jahr erwartet Hartheim für 2012 bei der Gewerbesteuer (1,2 Millionen Euro) und der Einkommenssteuer. "Das ist unser höchster Einnahmeposten", erklärt Anja Hofert den zu erwartenden Betrag von 1,8 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr belief sich dieser Betrag auf 1,78 Millionen – geplant hatte man mit 1,655 Millionen Euro. Die Hebesätze – also die Prozentsätze, mit denen der Steuermessbetrag für ein Grundstück multipliziert wird – belaufen sich bei der Grundsteuer für Grundstücke auf 340 Prozent, und bei der Grundsteuer für land- und forstwirtschaftliche Betriebe ebenfalls auf 340 Prozent, sowie auf 350 Prozent bei der Gewerbesteuer.

Den dicksten Ausgabeposten stellen die Personalkosten dar. Da der Stellenplan 2012 nach der Dezembersitzung noch ausstand, fiel der Beschluss über den Etat inklusive des Stellenplanes nun erst in der Sitzung am vergangenen Dienstag. Für das Budget des laufenden Jahres fallen bei den Personalposten 30 Prozent des Verwaltungshaushalts an: ein Betrag in Höhe von 2,52 Millionen Euro, gegenüber 2,337 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Erhöhung ist Hofert zufolge dem öffentlichen Dienstrecht sowie Beförderungen und personellen Veränderungen, etwa beim Bauhof und in den Kindergärten, geschuldet.

Freuen können sich die Kindergärten mit Betreuungsangebot für unter Dreijährige über geplante Zuwendungen: 385 000 Euro sollen in die Kleinkindbetreuung fließen. Ausgesetzt werden in diesem Jahr jedoch die Mittel für die Beschaffung von Spielgeräten. Reduziert wurde der Betrag für das Obdachlosenasyl, für das bislang noch kein Standort gefunden wurde. Es soll nur ein statt der ursprünglich geplanten zwei Container (zu 50 000 Euro) beschafft werden. Vorwärts gehen soll es mit dem Baugebiet am Seltenbach, die Planungsmittel wurden in den Haushalt eingestellt.

Tief in die Tasche greifen muss Hartheim in diesem Jahr wieder für die Umlagen. So ist die Kreisumlage mit 33,9 Prozent veranschlagt, ein Betrag in Höhe von 1,414 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung im Kameralhaushalt beläuft sich auf einen Betrag von 254 Euro. Inklusive der Eigenbetriebe Wasser und Abwasserversorgung steigt die Pro-Kopf-Verschuldung auf 626 Euro, inklusive einer Neuverschuldung liegt sie bei 671 Euro. Letztere resultiert nach Hoferts Worten aus den Krediten, die für beide Eigenbetriebe aufgenommen wurden. Mit dem einstimmigen Votum für den Haushaltsplan 2012 billigte der Gemeinderat auch die Erfolgs- und Vermögenspläne für die Eigenbetriebe.

Autor: Susanne Müller