Es geht um die Wurst

bry

Von bry

Mo, 10. August 2009

Hasel

Bauern sind mit Brunch zufrieden, nicht aber mit der Agrarpolitik

HASEL/ELBENSCHWAND (bry). Die Idee, die Konsumenten zum "Brunch auf dem Bauernhof" einzuladen, erwies sich erneut als absoluter Volltreffer. Gäste aus der ganzen Region und aus der benachbarten Schweiz zog es in Scharen auf die Bauernhöfe. Hier konnten sie sich über gesunde Ernährung und das Angebot der Direktvermarkter informieren, einen Ferientag in ländlicher Umgebung verbringen und natürlich zu schlemmen, was Küche und Keller hergaben.

Die Scheune auf dem Hasler Lederhof füllte sich schon am Morgen. Stolz zeigte Bauer Rolf Geiger die Anmeldeliste. Den weitesten Anfahrtsweg hatte die Familie Speyer aus Sidney in Australien mit Sohn Jonas, die einen Ferienaufenthalt nutzten, um einmal einen echten Schwarzwaldhof kennen zu lernen. Während sich die Erwachsenen in der Scheune Speckrühreier, Bauernwürste aus eigener Herstellung oder Kaffee und Kuchen schmecken ließen, tummelten sich die Kinder im Streichelzoo oder bei den Kälbern im Stall. "Unsere "gläserne Produktion" mit Fleisch und Wurst aus eigener Erzeugung hat das größte Interesse gefunden", berichtet Rolf Geiger, der in seinem Hofladen die eigenen Produkte jeden Freitag und Samstag zum Verkauf anbietet.

Eine ähnlich gute Resonanz hatte in Elbenschwand Breitackerhof, wie Hofbetreiber Manfred Ziegler berichtete. "Das Interesse der Gäste ist überraschend groß." Die Besucher wollten ganz genau wissen, was es mit der ökologischen Landwirtschaft auf sich hat, und waren erstaunt darüber, wie viel Arbeit darin steckt. In den Zelten drängten sich inzwischen die Gäste vor der Theke. Die freundlichen Helfer hatten alle Hände voll zu tun, um alle Wünsche befriedigen zu können.

Beide Landwirtsfamilien sind sehr zufrieden mit dem "Brunch auf dem Bauernhof". Aber sie verschweigen auch die Schwierigkeiten der Landwirtschaft nicht. "Mit den aktuellen Milchpreisen haben wir größte Mühe, die Kuhhaltung weiter aufrecht zu erhalten", sagt Rolf Geiger. Und auch Manfred Ziegler sieht die Zukunft nicht nur rosig: "Wir haben seit 1989 immer wieder investiert und unseren Hof auf den neuesten Stand gebracht. Und jetzt müssen wir feststellen, dass wir kaum noch davon leben können."