Weit über 100 Zuhörer in der Erdmannshöhle

"Waka Waka" zwischen Tropfsteinen

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Mo, 02. November 2015 um 15:06 Uhr

Hasel

Der Pop- und Gospel-Chor ProSäcko trat in der Hasler Erdmannshöhle auf.

HASEL. Für einen buchstäblich stimmungsvollen Saisonabschluss sorgte der Pop- und Gospel-Chor Pro Säcko aus Bad-Säckingen am Sonntagabend in der Hasler Höhle: Drei Dutzend Sängerinnen und Sänger füllten den Tempel, ein hohes Gewölbe am Eingang der Hasler Höhle mit mitreißendem Sound. Die Veranstaltung war zugleich das 40. Konzert in der Tropfsteinhöhle. Ein kleines Jubiläum also.

Vor etwa 15 Jahren hatte die Gemeinde Hasel die Tropfsteinhöhle erstmals zur Kulturbühne gemacht, seither finden hier jährlich etwa drei bis vier Konzerte statt . Das Format hat sich mittlerweile ausgesprochen gut bewährt, wie auch der Besucherandrang am Sonntag wieder zeigte: Das Publikum fand den Weg zu dem seltenen Ereignis in wahren Massen. Die weit über hundert Zuhörer drängten sich so dicht, dass man inmitten der Meute tatsächlich ins Schwitzen geriet – ein durchaus seltenes Erlebnis in den kühlen Schluchten der Hasler Höhle.

Das bedeutete leider auch, dass die hinteren Reihen vom Auftritt selbst nur begrenzt etwas zu sehen bekamen. Die meisten jedoch ließen sich die Laune dadurch nicht verderben und wogten in der Begeisterung der "Premium-Gäste" auf den vorderen Rängen einfach mit. In seinem gut einstündigen Konzert nahm Pro Säcko unter Leitung seiner Dirigentin Irina Flato die Zuhörer mit auf eine Reise durch Jahrzehnte und über Kontinente hinweg. Für melancholisch-schöne Stimmung sorgten Pop-Oldies á la "Dust in the Wind" und aktuelle Balladen wie der Hobbit-Soundtrack "I see fire" von Ed Sheeran. Stimmig dazu die zurückhaltende Akustik-Begleitung durch Gitarre, Cajon und Keyboard, verstärkt durch die kollektiven Mitsummer-Qualitäten des Publikums. Fetziger zur Sache ging es im Musik-Kapitel Afrika: Für den Einstieg sorgte hier ein pfiffiges Arrangement von Totos gleichnamiger Pop-Hymne, gefolgt von Shakiras 2002er-WM-Hit "Waka Waka"; bei "Baba Yetu" (Vater unser) schließlich vereinten sich die Stimmen zum jubilierenden Gospel.

Einige besondere Akzente setzte das Gesangsduo Sommerwind mit Franziska Groß und Linda Runge mit seinen Solo-Einlagen. So etwa bei dem Liedbeitrag "Photograph", bei dem die Solostimmen der beiden zunächst vom Chor und schließlich vom gesamten Publikum mitgetragen wurden.

Den Feierabend für die im feuchten Höhlen-Klima durchaus angestrengten Stimmenbänder der Akteure gab es erst nach zwei vom begeisterten Publikum heftig erklatschten Zugaben. Damit allerdings war das Abendvergnügen noch nicht vorbei: Aus den Tiefen der Höhle wieder emporklettert, erwartete das Publikum im neuen Grillschopf gleich nebenan ein üppiges Buffet nebst Getränken – eine Aufmerksamkeit des Heimat- und Höhlenvereins zum Saisonabschluss.

Diese verlief in diesem Jahr im übrigen sehr erfreulich, wie Bürgermeister Helmut Kima eingangs der Veranstaltung berichtete: Nachdem die Zahlen zehn Jahre lang rückläufig gewesen waren, sind sie seit zwei Jahren wieder im steigen. Schon 2014 verbuchte die Tropfsteinhöhle ein Besucherplus von 2000 auf 22 000; in der aktuelle Saison nun ging es wieder um 2000 auf nun 24 000 nach oben. Dafür dürfte auch die neue LED-Beleuchtung verantwortlich sein.