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06. Juli 2012

Suizid als Strafe

Hat die Gesellschaft das Recht, da einzugreifen?

Zu: "Ärzte sollten auch mal Selbstkritik üben", Zuschrift von Dr. Roland Phleps (22. Juni) und "Dieser Mann darf sich nicht davonstehlen", Zuschrift von Delia Rapp, sowie "Wir sollten das Leben in allen Facetten schätzen", Zuschrift von Ulrike Hugo (30. Juni):



Der Brief von Dr. Phleps hat mir aus der Seele gesprochen, während mich die Kommentare von Frau Rapp und Frau Hugo eher empörten mit ihrer abgehobenen Selbstgerechtigkeit. Natürlich war die Ermordung seiner vier Kinder ein abscheuliches Unrecht, das durch nichts zu entschuldigen ist. Verzweifelter Suizidler hin oder her, dafür gehört er auch bestraft. Nur: Dieser Vater hat für sich selbst eine Strafe gewählt, die hierzulande aus humanitären Gründen abgeschafft ist, weil ihm mit dieser Schuld auf dem Gewissen der Tod erträglicher erschien als das Leben. Hat die Gesellschaft wirklich ein Recht, hier einzugreifen und zu sagen: "Nix da, du musst weiterleben und dich jeden Tag mit dieser Schuld konfrontieren, bis der Tod dich erlöst?"Was sind das für Humanisten?

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Autor: Klaus Maurer, Herbolzheim