Haus darf lila bleiben

Andreas Peikert

Von Andreas Peikert

Fr, 29. September 2017

Kirchzarten

Gemeinde will nicht gegen Anstrich an Zartener Gebäude vorgehen.

KIRCHZARTEN (pei). Seit einigen Wochen sorgt der Farbanstrich eines Gebäudes in der Ortsmitte von Zarten für Gesprächsstoff. Der Grund: Die Fassade des mehrstöckigen Hauses unweit vom Kreisverkehr wurde nicht, wie in der Nachbarschaft üblich, in dezente Töne getüncht – sondern in auffälligem Lila.

Auf BZ-Anfrage teilte Kirchzartens Bauamt mit, dass man von Seiten der Behörde in diesem Fall darauf verzichte, gegen den vom Hausherrn gewählten Anstrich zu intervenieren. Für den Bereich von Zarten, in dem sich das Gebäude befindet, gibt es bezüglich des Farbtons von Außenfassaden keine Einschränkungen. Es existiere weder ein Bebauungsplan noch eine Gestaltungssatzung, so Jannik Schuler vom Bauamt. Allerdings, so schränkt er ein, müsse sich das Gebäude auch im unbeplanten Innenbereich an die Umgebung anpassen. Da diese wachsweiche Formulierung im Paragraf 34 des Baugesetzbuches schon bundesweit zu einer Vielzahl rechtlicher Auseinandersetzungen geführt habe, bei denen in den meisten Fällen die Bauherren Recht bekamen, werde man seitens der Gemeinde auf eine Forderung zum Umstreichen oder eine juristische Auseinandersetzung verzichten.