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30. Januar 2012

Sanieren mit Konzept

BZ-Interview mit Umweltschutztechniker Uwe Hause über Gebäudesanierungen.

  1. Foto: Energieagentur

Überall wird zur energetischen Gebäudesanierung geraten. Ein Gesamtkonzept stimmt die Einzelmaßnahmen aufeinander ab. Als Bafa-Energieberater entwickelt Uwe Hause von der Energieagentur Regio Freiburg solche Sanierungskonzepte. Manuela Müller sprach mit ihm über Fördermöglichkeiten und Eigentümergemeinschaften.

BZ: Welche Maßnahmen sind bei der energetischen Gebäudesanierung am sinnvollsten?
Hause: Das ist schwer zu beantworten, weil ein individuelles Konzept auf das Gebäude zugeschnitten sein muss. Zunächst einmal wird oft auf die Anlagentechnik, also das Heizungssystem, der Fokus gelegt. Vor allem bei Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist das häufig Thema. Wenn Fenster und Fassade gedämmt werden sollen, ist man relativ schnell bei hohen Investitionen. Das kann in der WEG dann schwierig werden.

BZ: Wie erzielt man unter den Eigentümern eine Einigung?
Hause: Das ist nicht ganz einfach, schließlich treffen in einer WEG viele verschiedene Interessen aufeinander: Da sind zum einen die Mieter, die sich über energetische Sanierungen freuen würden, zum anderen Eigentümer, die vermietet haben und nur das Nötigste am Haus machen wollen. Und da sind die Eigentümer, die die Wohnung selbst nutzen und es möglichst schön haben wollen. Bei Mehrfamilienhäusern kommen die Parteien manchmal mit der Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke am besten zusammen. Eine ganzheitliche Sanierung mit Fenster- und Fassadendämmung wird natürlich immer vorgeschlagen. Bei einem reinen Mietobjekt entscheidet sich der Eigentümer oft für eine Gesamtsanierung.

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BZ: Eigentlich könnte man meinen, dass eine WEG eine Gesamtsanierung finanziell leichter stemmen kann als ein Paar im Einfamilienhaus. Ist das so?
Hause: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein ganzheitliches Sanierungskonzept im Einfamilienhaus gut ankommt – wenn der finanzielle Hintergrund da ist. Beim Ein- oder Zweifamilienhaus kommt es sehr stark darauf an, ob ein KfW-Effizienzhausstandard erreicht wird. Denn dann ist die Förderung attraktiver. Die finanziellen Probleme sind bei WEG nicht geringer, nur anders gelagert – zum Beispiel bei der Rücklagenbildung.

BZ: Welche Förderungen gibt es zurzeit für die Sanierung?
Hause: Bei der KfW-Bank gibt es eine Kredit- oder eine Zuschussvariante, wenn ein vorgegebener Effizienzhausstandard erreicht wird. Für Einfamilienhäuser ist die Kreditvariante finanziell attraktiver.

BZ: Viele Menschen, die Altbauten besitzen, sind Rentner. Wie werden sie unterstützt?
Hause: Sowohl beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und der KfW gibt es Förderungen von Einzelmaßnahmen.

BZ: Bezuschusst das Bafa noch die Vor-Ort-Beratung durch einen anerkannten Energieberater?
Hause: Ja, bis zwei Wohneinheiten gibt es 300 Euro Zuschuss. Ab drei Wohneinheiten sind es pauschal 360 Euro. Der Berater muss dann einen Bericht erstellen, der den Bafa-Richtlinien entspricht.

BZ: Wie gehen Sie bei der Beratung vor Ort vor?
Hause: Bei der Begehung des Gebäudes verschaffe ich mir einen Gesamtüberblick. Ich schaue mir das Gebäude an: von Keller und Heizungsanlage über die Wohnräume bis zum Dachgeschoss. Ich schaue mir Dach- und Wandaufbauten an, schaue, ob Dämmschichten vorhanden sind. Währenddessen spreche ich mit dem Kunden: Was hat er für Wünsche, für finanzielle Möglichkeiten? Da weiß man schnell, ob es bei Einzelmaßnahmen bleibt oder ob man den Effizienzhausstandard erreichen kann. Da gebe ich dem Kunden schon einen ersten Ausblick und zeige, was sinnvoll ist.

BZ: Nicht jeder, der sich Energieberater nennt, kann sagen, was sinnvoll ist. Woran erkennt man einen qualifizierten Energieberater?
Hause: Die Bezeichnung Energieberater ist nicht geschützt. Aber es gibt beispielsweise beim Bafa eine Qualitätskontrolle. Um in die Energieberaterliste des Bafa aufgenommen zu werden, muss man ein Referenzgutachten machen, das überprüft wird. Den Bafa-Zuschuss für die Energieberatung erhält der Kunde nur, wenn er einen anerkannten Berater aus der Liste des Bafa beauftragt hat.

ENERGIEBERATUNG AUF DER MESSE GETEC

Vom 2. bis 4. März findet auf dem Freiburger Messegelände die Messe Gebäude, Energie, Technik (Getec) statt. Auf dem dort eingerichteten Marktplatz Energieberatung werden 40 unabhängige Energieberater aus der Region für halbstündige Beratungen zur Verfügung stehen. Das Angebot für private und gewerbliche Bauherren ist kostenlos. Wer sich bis 27. Februar für eine Energieberatung anmeldet, erhält zwei Freikarten für die Getec-Messe.

 

Autor: manu

Autor: manu