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07. Juli 2012
Durststrecke vorbei
Hausbrauerei: Dammenmühle schenkt künftig eigenes Bier aus
Nach Jahrzehnten geht in Lahr eine Durststrecke vorüber: Auf der Dammenmühle gibt es bald eine Hausbrauerei. Ende des Jahres soll das erste Bier fließen. Ein Braumeister ist bereits da. .
LAHR. Wenn alles klappt, dann fließt das Bier Ende des Jahres in die Krüge. Bis dahin soll es auf der Dammenmühle eine Hausbrauerei geben. Selbst gebrautes Bier passt wunderbar in das Konzept, sagt Edgar Kenk, der Besitzer des Restaurants und Hotels. Damit werde in Lahr nach Jahrzehnten der Abstinenz erstmals wieder Bier hergestellt. Mit Jochen Martin hat sich bereits ein Braumeister auf der Dammenmühle einquartiert.
Martin will in der neuen Hausbrauerei alleine am Sudkessel stehen. Mit dem "Klösterle" bringt er ein Bier mit, dass er als Standard auf der Dammenmühle etablieren möchte. Ansonsten will der Braumeister innerhalb des Reinheitsgebots experimentieren und seine Biere auf Gerichte aus dem Restaurant abstimmen. 800 Hektoliter soll die Ein-Mann-Brauerei einmal produzieren. Diese Zahl ordnet Martin selbst ein: "Für eine Brauerei ist das eine winzige Menge."Martin und Kenk sind jetzt Geschäftspartner. Vor wenigen Monaten wussten sie voneinander nichts. Sie lernten sich durch Zufall im Biergarten kennen. Vergangene Woche bestellten sie dann gemeinsam Kupferkessel, Edelstahltanks und planten Umbauarbeiten: Die Kosten für die Hausbrauerei beziffern sie auf 500 000 bis 750 000 Euro. "Ich bin überzeugt, dass wir die Originalität der Dammenmühle dadurch steigern können," sagt Kenk.
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Edgar Kenk
Die Lahrer können sogar das Getreide wachsen sehen, das für das Malz verarbeitet wird, sagt Martin. Die Zutaten werden aus der Region bezogen. Der Treber, die Hüllen des Korns, die beim Kochen des Suds anfallen, soll den Bauern als Viehfutter angeboten werden. Somit schließt sich für Kenk ein regionaler Verwertungskreislauf, der die Grundlage der Hausbrauerei bildet. Das Bier wird auf der Dammenmühle verkauft. Wer Flaschen mitbringt, soll den Gerstensaft auch frisch gezapft bekommen.
Zweifel, dass sich die Brauerei nicht rechnet, hat Kenk nicht. Er sieht sein Engagement auch als Investition in die deutsche Bierlandschaft. "Die Großen verkaufen doch nur noch charakterlose Biere", sagt Kenk. Die Brauerei fügt sich in das Konzept auf der Dammenmühle ein. Doris und Edgar Kenk haben das Areal vor vier Jahren erworben und inzwischen kräftig investiert. Heute befinden sich dort ein Restaurant und ein Hotel mit 50 Betten. Zudem lässt Kenk dort Essen kochen für die Pflegeheime, die er hauptberuflich betreibt.
JOCHEN MARTIN
Der Braumeister wohnt seit Juli auf der Dammenmühle und plant dort die neue Hausbrauerei zusammen mit Edgar Kenk. Martin ist 39 Jahre alt und kommt aus Leopoldshafen, das in der Nähe von Karlsruhe liegt. Er hat Brauwesen in München studiert und arbeitet seit zehn Jahren in kleineren Brauereien in Bayern und Baden-Württemberg. Martin möchte innerhalb des Deutschen Reinheitsgebotes, das für Bier gilt, verschiedene Geschmacksrichtungen ausprobieren.
Autor: max
Autor: Max Schuler



