Alemannisch einmal anders

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 26. Juli 2017

Hausen im Wiesental

Beate Ruf stellte bei der Muettersproch-Gsellschaft ihren Blog vor.

HAUSEN (BZ). Beate Ruf aus Freiburg hat kürzlich im Hebelhaus bei der Muettersproch-Gsellschaft aus Teilen ihrer umfangreichen Arbeit im Dialekt vorgelesen. Wie viele andere auch habe sie bedauernd festgestellt, dass in Freiburg kaum noch Alemannisch zu hören sei. Im Internetauftritt der Muettersproch-Gsellschaft bekam sie die Möglichkeit, einen Blog zu veröffentlichen, das heißt, regelmäßig lustige, aber inhaltsvolle Artikel über alltägliche Ereignisse im Dialekt zu schreiben, die jedem zugänglich sind, und die man auch kommentieren kann.

Sie verwendet hier einen ausgezeichneten Trick, indem sie nämlich alles als eine imaginäre "Renate" notiert, der sie jeden Unfug samt Vorurteilen, manchmal auch Beleidigungen, in den Mund legen kann. Ihre Themen sind oft einfach, aber gerade dadurch erreicht sie eine ungemeine Aktualität: Man hat schon mehrmals eine Geschichte über Klassentreffen gelesen, aber wie Beate Ruf dieses darstellt, erstaunt. Ein wunderbarer Einfall folgt dem anderen, und das alles noch in einem überraschenden Alemannisch, wobei die Freiburger Variante im Wiesental teils etwas fremd klingt. Da heißt es manchmal "Zitung, hopfe, rumrenne, Beitrag, Iladung" anstatt "Zittig, gumpe, ummerenne, Bitrag, Iladig."

Wenn sie das Zimmer ihres Sohnes oder die Kochkünste ihres Mannes in der Küche vorstellt, weiß der Zuhörer lange nicht, ob das nun die Beate oder die Renate ist. Als Beate möchte niemand einen solchen Sohn oder Mann haben, aber als Renate ist die Darstellung wiederum fast genial zu nennen. Die Zuhörer im Hebelhaus konnten sich oft vor Lachen nicht mehr halten, vielleicht dachten sie aber auch an die Wirklichkeit bei sich zu Hause. Die Vorsitzende Heidi Zöllner dankte Beate Ruf sehr herzlich für den vergnüglichen Abend.

Die Beiträge von Beate Ruf können im Internet gefunden werden: Muettersproch-Gsellschaft: http://www.alemannisch.de "Em Renate si Blog" und auch direkt über

renatesblogweb.wordpress.com