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21. Juli 2014 07:53 Uhr

Tierdramen

Angeschossene Katze, vergiftete Ziegen – Racheakte wegen Radarkontrolle?

Zwei vergiftete Ziegen und eine angeschossene Katze geben vielen Menschen im Wiesental Rätsel auf. Die Besitzer der Tiere gehen davon, dass ein Unbekannter sie terrorisiert. Warum?

  1. Ob Wuschell nach dem viertägigen Klinikaufenthalt ganz genesen wird, ist noch nicht absehbar. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Tierquälerei aufgenommen. Foto: edgar steinfelder

  2. Die mehr als 15 weißen Punkte auf der Röntgenaufnahme der Katze zeigen Projektile einer Schrotflinte. Foto: Steinfelder

Was mag in einem Menschen vorgehen, der mit einem Schrotgewehr auf eine Katze schießt und diese mit einer gestreuten Schrotladung so schwer verletzt, dass insgesamt fast 20 Projektile im Körper des Tieres stecken bleiben? Ereignet hat sich diese Tat am Sonntag, 6. Juli 2014. Wuschell – so heißt die Katze – hat nach einer aufwändigen Operation überlebt. Vermutlich sollte nicht nur Wuschell getroffen werden, sondern die Familie, der die Katze gehört.

Denn schon seit mehr als einem halben Jahr leben die Besitzer der angeschossenen Katze, eine Familie, deren Wohnhaus mit Kleintierstallungen sich an einem Hang am Ortsausgang von Hausen in Richtung Maiberg befindet, in ständiger Angst um ihre Tiere. Und das nicht ohne Grund. So wurden bereits am 17. Dezember 2013 zwei Zwergziegen auf dem Gelände der Familie umgebracht. Die Untersuchung der beiden Tiere durch eine Veterinärin hatte ergeben, dass sie einem Rattengift zum Opfer gefallen sind. Demnach handelt es sich um ein Gift, das nicht im freien Verkauf erhältlich ist. Die Polizei hatte die Ermittlungen aufgenommen, die Straftat konnte aber noch nicht aufgeklärt werden. Sie sei lange unter Schock gestanden, weil sie den qualvollen Todeskampf der zutraulichen Zwergziegen mit ansehen musste, erzählt die Tierhalterin.

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Zuerst die Ziegen, dann die blutende Katze

Am 6. Juli, einem Sonntag, fuhren ihr und ihrem Ehemann erneut der Schrecken in die Glieder, als sich Katze Wuschell schmerzgepeinigt und blutend mit verkrampften Pfoten an die Haustür schleppte. Sie hätten das Tier sofort ins Auto geladen und in eine Wehrer Tierklinik gebracht.

Dort habe man bei Röntgenaufnahmen mehr als 15 Schrotkugeln im Körper und einige im Kopfbereich der Katze entdeckt. Zwei Projektile direkt an der Wirbelsäule habe man operativ nicht entfernen können. Vier Tage sei die Katze in der Tierklinik gewesen, ehe sie von ihren Besitzern wieder abgeholt werden konnte. Und noch mindestens vier Wochen muss das Tier starke Schmerzmittel bekommen. Die Überlebenschancen seien zwar ungewiss, aber man wolle alles tun, um dieses anhängliche Kätzchen zu retten, so die Besitzerin. Auch diese brutale Tierquälerei habe man beim Polizeirevier Schopfheim angezeigt. Die Ermittlungen seien aufgenommen worden.

Sind die Blitzer Auslöser der Anschläge?

Damit nicht genug: Vor einigen Tagen seien nachts die Türen zu den Ställen der Gänse und Hühner entriegelt und geöffnet worden, erzählen die Hausbesitzer. Von wem ist freilich nicht bekannt. Verstehen kann die Tierfreundin das alles nicht mehr.

Sie und ihr Ehemann vermuten hinter diesen ganzen Vorfällen Racheakte, weil sie sich wegen der Raserei vor ihrem Anwesen in Richtung Ortsausgang im Herbst 2013 an das Landratsamt gewandt hatten, das dann eine Radaranlage installiert habe.

Das Paar hatte den Blitzer als einzigen Ausweg gesehen, um gefahrlos aus ihrem Parkplatz in die Straße einbiegen zu können. Auch der Hausener Gemeindeverwaltung hätten sie einen Vorschlag zur Gefahrenreduzierung vorgelegt, der nun geprüft werde, erklären die Grundstückseigentürmer. Man habe nichts Unrechtes getan. "Ich wünsche nur, dass man uns und die Tiere zukünftig in Ruhe lässt", sagt die Frau.

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Autor: Edgar Steinfelder