"Balsam für Fleisch und Blut"

kst, bz

Von kst & BZ-Redaktion

Mo, 19. Dezember 2016

Hausen im Wiesental

Zuckerbrötli-Obe in Hausen.

HAUSEN (kst). Kurzfristig musste die Hauptakteurin Christa Heimenn-Buß beim "Zuckerbrötli-Obe" der Muettersproch-Gsellschaftaus absagen, so dass das Trio "Blauewind" am Donnerstag nicht im Hebelhaus auftreten konnte. Doch Mundartdichter Hansfrieder Geugelin aus Eimeldingen und Komponist Werner Wißmer aus Welmlingen gestalteten gekonnt einige heitere Stunden.

Scharfe Attacke gegen Anglizismen im Dialekt

Der langjährige Gemeinderat, Bammert und Sänger Hansfrieder Geugelin wusste zu berichten, dass die Freundin Johann Peter Hebels, die Jungfrau Gustave Fecht, in Eimeldingen das Licht der Welt erblickte und bis zum Lebensende mit dem großen Dichter brieflich in Verbindung blieb. Heimat und Erhalt des Brauchtums scheinen dem Vortragenden wichtig, da sie Glück und Zufriedenheit vermitteln können. Geugelin bekannte sich auch zur alemannischen Muttersprache, die "Balsam für Fleisch und Blut", sprich wertvoll für die Heimat, sei. Auch ritt Geugelin eine scharfe Attacke gegen englische Verhunzungsausdrücke im Dialekt, erzählte pointenreich aus dem Rentnerleben und dem Ärger mit Nachbars Katzen. Einen adäquaten Begleiter hatte Geugelin mit Werner Wißmer mitgebracht, der flotte Eigenkompositionen wie "Fidelius" oder "Ein Freudentag" mit Keyboard und Handorgel spielte und seinen Kollegen bei Sologesängen wie "Das Weinlied vom Rebensaft" unterstütze. Auch das Publikum im Hebelhaus genoss Wißmers Spiel beim Singen von Volksliedern in froher Runde.

Ehrungen: Heidi Zöllner ehrte beim Zuckerbrötli-Obe Ilse Greiner, Horst Lehmann, Rudi Schneider und Bernd Wuchner für 40-jährige Zugehörigkeit zur Muettersproch-Gsellschaft und gab bekannt, dass bisher 12 147 Unterschriften für mehr "Alemannisch im Radio" eingegangen seien und in Kürze in Stuttgart dem SWR übergeben werden.