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26. September 2016 14:01 Uhr

Kultur im Hebelhaus in Hausen

Der handwerklich begabte Ehemann als Aushilfsarzt

Bei der jüngsten Autorenlesung der Muettersproch-Gsellschaft im Hausener Hebelhaus erfreute Ingeborg Schütze aus Lörrach ihre Zuhörer im vollen Saal.

  1. Ingeborg Schütze im Hebelhaus Foto: Siegfried Schmieg

Bei der jüngsten Autorenlesung der Muettersproch-Gsellschaft im Hausener Hebelhaus erfreute Ingeborg Schütze aus Lörrach ihre Zuhörer im vollen Saal mit einer Auswahl aus ihren über 600 Gedichten und Geschichten.

Es war ein kurzweiliger Spaziergang durch die heimatliche Natur auf Hebels Spuren zum Belchen, auf den Blauen, zum Röttler Schloss und nach Ötlingen. Gerne ließ man sich im Hebelhaus durch Omas Gärtchen führen, um Silberdistel, Amsel und das letzte Blatt des Jahres zu bewundern. Besinnliche Zeilen handelten vom Glück, die Gesundheit, den 70. Geburtstag und die Dankbarkeit.

Ein wichtiger Grund zum Dichten sind für Ingeborg Schütze die Gelegenheiten, bei denen sie Mitmenschen begegnet, etwa bei Wanderungen, Flohmärkten, Diaabenden, am Telefon und beim Kuren. Immer wieder konnten die Zuhörer bestätigen: "Ja, so ist es bei uns auch." Überraschende Wendungen brachten sie zum Schmunzeln.

Ingeborg Schütze bot so viele alltägliche Ereignisse voller Hintergedanken, und mancher wunderte sich, dass es eine solche Fülle an Themen überhaupt gibt. Man hätte gerne mehr Zeit gehabt, um über das Gehörte nachzudenken.

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Wunderbar war auch die Geschichte mit dem Titel "Mein Mann ist ein Genie". Er baue alles zusammen, habe die besten Maschinen, den gut bestückten Werkzeugkasten, kurzum, er sei ein Fachmann auf dem Gebiet des Heimwerkens. Er habe sogar einmal eine Schiene für den gebrochenen Zeh seiner Frau gebastelt, erzählte Schütz schmunzelnd. Als später der Doktor mit Bewunderung diese Schiene abnahm und fragte, welchen Beruf der Ehemann ausübe, war die Antwort: "Der war Metzger. Er besorgt jetzt noch immer alles Fleisch für die Familie, teilt es und verstaut es in der Gefriertruhe. Ich muss gar nichts mehr tun – ich bin Vegetarierin."

Die Vorsitzende Heidi Zöllner konnte nach einem lang anhaltenden Beifall der Referentin danken. Sie verwies auf die nächste Veranstaltung am 20. Oktober;

Nächster Vortrag: Siegfried Schmieg wird am 20. Oktober um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus (direkt neben dem Hebeldenkmal) Bilder aus Hebels Leben, seinen alemannischen Gedichten und Kalendergeschichten vorführen. Der Eintritt ist frei.

Autor: bz