Die Kuh, der Keiler und der Künstler

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Mo, 20. November 2017

Hausen im Wiesental

Karikaturist Bert Kohl zeigt im Hausener Hebelhaus seine Vielseitigkeit als Künstler, Cartoonist und Komiker.

HAUSEN. Einer drolligen Kuh und einem schrulligen Keiler fast menschenähnliche Mimik zu verleihen, ist eine der hohen Künste des virtuosen Cartoonisten und Karikaturisten Bert Kohl aus Staufen. In Begleitung seiner beiden auf die Leinwand gebannten Kultfiguren, der Kuh Lisbeth und dem Keiler Willibald, begeisterte er am Donnerstagabend im Hebelhaus die Gäste der Muettersprochgsellschaft Hausen.

Und als er dann zur Gitarre griff und als Bänkelsänger die witzigen Dialoge der beiden "Tierle" interpretierte, hatte er im Nu die Herzen der vielen Besucher erobert. Man hatte das Gefühl, als habe der Künstler Bert Kohl beim Rundgang durchs Markgräflerland das Volk genau beobachtet, ihm aufs Maul geschaut, und daraus urig-humorvolle Szenen gestrickt, die er mit der Kuh Lisbeth und dem Keiler Willibald zwar überzeichnet, aber treffsicher umgesetzt hatte. "Die Beiden sind mir beim Malen einfach ans Herz gewachsen", gesteht Bert Kohl.

Und so amüsierte sich auch das Publikum köstlich über Lisbeth, die Kuh mit den riesigen Augen und der modisch gelockten Haartolle zwischen den Hörnern und den etwas melancholisch anmutenden, doch schlitzohrigen Keiler Willibald. Der Cartoonist hatte den beiden Tieren Sprechblasen verpasst, womit diese die urkomischsten Situationen kommentieren durften. Da fragte Kuh Lisbeth ihren Keiler Willibald: Was wäre mir zwei wohl wore, wenn mir Mensche wäre?", worauf dieser antwortete: "Du wärsch e Rindvieh bliebe, und i wär total versaut." Und ihre Kenntnisse aus der Historie des Klosters St. Trudpert in Münstertal hat die Kuh Lisbeth natürlich aus dem "Rindernet". Frei nach einem Elvis Presley-Song schmetterte Keiler Willibald saumäßig gefühlvoll seiner geliebten Kuh Lisbeth ins Ohr: "Only Kuhhhh . . . !" Und weil sich Lisbeth wunderte, dass Willibald einen Hund spazieren führt, der gar nicht bellt, erklärte dieser ihr: "Der soll doch dies Johr de No-Bell-Preis gwinne!" Bert Kohl ließ in faszinierenden Bildfolgen einen Gag dem anderen folgen und besang pointiert dazu alle humorigen Szenen.

Dass der vielseitige Künstler aber auch als Karikaturist skurrile Momente des täglichen Lebens trefflich gestalten kann, bewies er mit einer Serie bewegter Bilder, die sogar einen authentischen Hintergrund haben sollen. Da konnten die Zuschauer herzhaft über die Wirtshausbesuche des nachtaktiven "Mondschein-Buur" lachen, dessen Gaul regelmäßig nach der ausgiebigen Zechtour des Bauern als vierbeiniges Taxi herhalten musste. Herrlich auch die Karikaturenserien über die geschwätzige Rosa, deren Kraftausdrücke und Schimpfkanonaden schier unerschöpflich waren, oder den "Moped-Karle", der mit seinem Solex-Motorrädle alle Crash-Varianten getestet hatte.

Aufs Korn genommen wurde aber auch der vom Himbeergeist beseelte Jäger, dessen Schussversuche garantiert jede Wildsau verfehlten. Als Überraschung durfte das Publikum zum Schluss auch noch im Dalli-Klick-Verfahren karikierte Porträts von Promis und einigen bekannten Hausener Personen erraten.

Jedenfalls hatte der Cartoonist, Porträtist und Karikaturist Bert Kohl den Besuchern im Hebelhaus einen unvergesslich heiteren Abend beschert. Anschießend signierte er noch sein erst vor vierzehn Tagen neu erschienenes Cartoonbüchlein mit dem Titel "Lisbeth und Willibald – saumäßig luschtig".