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01. Juli 2013

Kurze Nacht im Mannschaftszelt

Zeltlager der Hausener Nachwuchskicker / Zwei Tage Freiheit.

  1. Grillgut dicht an dicht – für manchen ist die deftige Mahlzeit der Höhepunkt. Foto: Edgar Steinfelder

  2. Massenlager – das war für Kinder und Jugendliche schon immer ein Erlebnis, für das sie gern mal auf Komfort verzichten. Foto: Edgar Steinfelder

  3. Fern der heimatlichen Hütte schläft sich’s auch ganz gut. Foto: Edgar Steinfelder

HAUSEN. Das Zeltlager bei den Jugendtagen des FC Hausen hat bei den jungen Kickern schon fast Kultstatus. Einmal zwei Tage fern der Heimat mit den Fußballfreunden die Freiheit zu genießen und beim Übernachten in den Zelten etwas Abenteuerluft schnuppern zu dürfen, gilt bei den Nachwuchskickern als ganz besonderer Kick.

Schon die Vorfreude ist riesig. Doch wie sah es am ersten Turniertag am Samstagmorgen aus? Trostlos stehen die zehn weißen Großraumzelte unter einem total verhangenen Himmel und unablässig prasselt der Regen auf die Zeltdächer. Davor haben sich Pfützen gebildet. In Regenumhängen inspizieren die Betreuer den Zeltplatz. Bleibt es wenigstens im Inneren der Zelte trocken, oder muss man Plan B in Anspruch nehmen?

Die Organisatoren des FC Hausen haben allen Eventualitäten vorgebeugt. Würde es im Lager zu unwirtlich, dann könne man eben die Isomatten und Schlafsäcke in der Hausener Festhalle ausbreiten. Das wäre zwar nicht ganz so romantisch, aber eine praktikable Notlösung. Am Spätnachmittag schimmern dann tatsächlich einige helle Stellen durch das dunkle Himmelsgrau. Und der Dauerregen lässt nach und wird von gelegentlichen Schauern abgelöst. Da hellen sich auch die Mienen der Jugendlichen und ihrer Betreuer auf. Es könnte also doch klappen mit der Zeltromantik. Man ist optimistisch. Alle Zeltböden sind jedenfalls trocken geblieben. Die ersten Schlafsäcke, Isomatten, Kissen und Decken werden in den Zelten ausgelegt. Und während dieser Einrichtungsarbeiten hat es sogar aufgehört zu regnen und die Strahlen der Abendsonne tauchen den Zeltplatz in ein gleißendes Licht.

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Alex, Tobias, Tom, Steven und Simon vom SV Niederhof können es noch gar nicht fassen. Schnell stellen sie die Biertischgarnituren auf und machen es sich gemütlich. Auch die beiden Mädchen Sina und Sabrina haben sich mittlerweile ihr Zwei-Personen-Zelt wohnlich eingerichtet und gesellen sich zu den Jungs. Sina ist ein talentiertes Fußballballmädchen und spielt in der Bezirksauswahl. Sie freut sich schon darauf, mit ihrer Freundin Sabrina im Zelt coole Musik zu hören. An Schlaf denken wohl beide nicht. "Wir machen durch", flunkert Sabrina. Und Niklas gesteht, dass er schon befürchtet habe, wegen Überflutung der Wiese in die Halle ausweichen zu müssen. Die Fantasie des redseligen Tom schweift da noch mehr aus. "Ich dachte, bei dem Platzregen spült es die Zelte von der Wiese", erzählt er und gestikuliert dabei heftig.

Dominik aus der Kickergruppe nimmt es gelassen. Für ihn seien das Essen vom Grill und ein deftiges Frühstück das Wichtigste, meint er. Bei Einbruch der Dunkelheit werden die ersten Lagerfeuer angezündet und auf dem Grillrost liegen die Würste und Steaks dicht an dicht. Es gibt viele hungrige Mäuler zu stopfen. Die Mädels und Jungs lassen es sich prima schmecken. Zwischendurch werden Witze gerissen und schon mal die taktischen Vorgaben für das Turnier am Sonntag diskutiert. Marius verrät, dass die beiden Mädchen sich heute Nacht wohl die Hits von ihrem Idol Justin Bieber reinziehen werden. Das fordert den Protest der Mädels heraus, die sich nicht festlegen lassen wollen.

Wann sich die Meute dann in die Schlafsäcke eingerollt hat und ins Land der Träume aufgebrochen ist, konnte nicht nachvollzogen werden. Am Sonntagmorgen jedenfalls krochen die Mädchen und Jungen schon um sieben Uhr aus den Zelten. Nur zwei müde Strategen schlummerten noch selig in ihrer FC Bayern-Bettwäsche. Und das, obwohl im Vereinsheim des FC Hausen ein großzügiges Frühstück auf die hungrigen Kurzschläfer wartete. Da fehlte es an nichts. Die Damenriege des FC Hausen hatte für die kleinen Gäste ein Frühstücksbüfett wie in einem Sternehotel angerichtet. Fast 150 jugendliche Turnierfußballkids griffen da kräftig zu. Der Betreuer Thomas Duffner vom SV Niederhof meinte treffend: "Was der FC Hausen da auf die Beine stellt, ist supermäßig. Deshalb kommen wir auch immer wieder gerne zu den Jugendtagen." Ach ja: Fußball wurde dann auch noch gespielt (Bericht folgt).

Autor: Edgar Steinfelder