MENSCHEN

Elmar Vogt

Von Elmar Vogt

Fr, 07. September 2018

Hausen im Wiesental

HAUSEN/FRIEDRICHSHAFEN

Hebelpreisträgerin Maria Beig verstorben

Trauer in Hausen um eine Hebelpreisträgerin: Maria Beig, die 2004 diese Auszeichnung erhielt, ist am 3. September im Alter von 97 Jahren verstorben. Maria Beig wurde am 8. Oktober 1920 in Senglingen als sechstes von dreizehn Geschwistern einer Bauernfamilie geboren. Im Alter von 58 Jahren hat sie mit dem Schreiben begonnen. Kaum hatte sie 1982 ihren ersten Roman "Rabenkrächzen" veröffentlicht, feierte die Presse die damals 62-Jährige als "literarische Senkrechtstarterin". Schreibend, das erzählte Maria Beig einmal, kann man mit vielem in diesem Leben besser umgehen: "Wenn man schreibt, da geht’s schneller als wie man’s lebt." Maria Beig lebte zuletzt in einem Pflegeheim in Friedrichshafen. Immer wieder bekam sie hier Besuch. Gäste, mit denen sie reden konnte. Dietlinde Ellsässer etwa, die Schauspielerin aus Tübingen, oder der Historiker Peter Blickle, der bei der Verleihung des Johann-Peter-Hebel-Preises im Jahr 2004 die Laudatio hielt. "Kein großes Aufheben machen um sich, die eigene Person und das mit dem Erfolg, der einem selbst nicht so ganz geheuer ist", sagte sie einst. Bis ins hohe Alter schrieb Maria Beig Romane und Erzählungen, zumeist lakonische Schilderungen des bäuerlichen oder kleinbürgerlichen Lebens. Dadurch galt sie als Chronistin einer verschwundenen Lebenswelt.