Nachwuchsförster auf der Pirsch

Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Mi, 22. August 2018

Hausen im Wiesental

Mit Revierförster Sven-Hendrik Wünsch ging es für die Hausener Kinder für einen Tag in die heimische Natur.

HAUSEN. "Warum liegen hier so viele Tannenzapfen am Boden?", wollte die kleine Pauline von Revierförster Sven-Hendrik Wünsch im Hausener Forst am Niederberg wissen. Der Förster war über diese Frage bei seinem Beitrag zum diesjährigen Ferienspaß-Programm in Hausen positiv überrascht, zeige es doch, dass Hausener Kinder durchaus in der Natur unterwegs sind und die Dinge, die man dort finden kann, zumindest vom Namen her kennen.

Auch ansonsten war das Interesse an Informationen aus erster Hand groß an diesem sommerlich schönen, aber nicht zu heißen Nachmittag. Der begann beim Tennisheim, wo Wünsch, seine ihn unterstützende Ehefrau und Hund Mecki ein gutes Dutzend Kinder sowie einige sie begleitende Mütter begrüßen konnte.

Von dort ging es in gemeinsamem Fußmarsch durch den Forst zu einer Lichtung am Niederberg, von wo aus man nicht nur einen tollen Blick über Hausen, sondern auch weiter nach vorne Richtung Fahrnau und Schopfheim hat. Mit Fernblick hielt sich die muntere Schar indessen nicht wirklich lange auf – im direkten Umfeld gab es vieles zu entdecken mit dem Revierförster und seiner Ehefrau.

Wünsch, der auch Jäger ist, erzählte über die Tierwelt, die Fauna des heimischen Waldes. Damit das so richtig anschaulich wurde – Wildtiere sind bekanntlicherweise scheu und waren nicht zugegen – hatte Sven-Hendrik Wünsch Felle und Tierpräparate mit dabei. Zur Veranschaulichung hatte er im Vorfeld der Veranstaltung einen "Pirschpfad" angelegt, auf dem die Kids die Tiere erkennen konnten. Kindgerecht erzählte Wünsch, dass der Jäger weniger das Töten von Tieren, sondern vielmehr Erhalt und Schutz des natürlichen Gleichgewichts im Sinn hat. Dazu bedarf es aber schon der Jagd, etwa auf Wildschweine, die sich hierzulande stark vermehren und dann ziemliche Schäden anrichten können.

Bevor der Revierförster Wissenswertes über die Pflanzenwelt des Waldes, dessen Flora, vermittelte, galt es gemeinsam anzupacken, denn aus kleinen Baumstämmen und Ästen sollte ein sogenanntes "Waldsofa" gebastelt werden. Das klappte bestens und anschließend ging es beim Eichhörnchenspiel ums Sammeln von Nahrhaftem und Vorräten, später an einen Fühl-Parcours, wobei unter anderem mit verbundenen Augen und über das Erfühlen der Rinde und des Blattwerks Baumarten zu erkennen waren. Wünsch erzählte außerdem über die Arbeit der Forstleute, für die – wie auch für die Jäger – die Natur und ihr bestmögliches Werden und Gedeihen im Mittelpunkt steht.

Gegessen wurde auch noch, ehe es nach knapp vier gemeinsamen Stunden im Wald wieder auf den Fußmarsch hinunter zum Tennisheim ging. Auf dem Abstieg zeigte der Förster auch ein großes Problem im heimischen Forst in diesem heißen Sommer 2018. Der Borkenkäfer treibt auch im Hausener Wald sein Unwesen, gefährdet den Bestand an Fichten.

Beim Abschied waren diese Sorgen aber vergessen und der Förster freute sich über dankbar strahlende Kinderaugen und den Wunsch der Kids (und der Mütter), er möge ihnen auch im nächsten Jahr in Hausen ein solches Ferienspaß-Angebot machen.