Sauerkraut mit Pralinen, Speckpolka mit Schoggi

kst, bz

Von kst & BZ-Redaktion

Mi, 22. Juni 2016

Hausen im Wiesental

Alles über Schokolade: Hansjörg Hänggi aus Therwil erheitert im Hebelhaus mit seinen Gedichten, Liedern und Geschichten.

HAUSEN (kst). Hansjörg Hänggi kennt die süßen und zartherben Geheimnisse der Schokolade. Der einstige Primarschullehrer aus Therwil in der Schweiz hat mächtig Appetit auf das Thema und ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Seine "Schoggolade-Serenade" präsentierte er am Donnerstag im Hebelhaus.

Auf Einladung der Muettersproch-Gsellschaft Gruppe Wiesetal kam dort auch der Einsatz des Mundartautors für den Dialekt und die Muttersprache zum Tragen. Hansjörg Hänggi textet, singt, schreibt, liest und ist ein aufmerksamer Zeitgenosse mit ausgezeichnetem Humor und Esprit, der ein Gefühl für Sprache besitzt. Er wird vielen Stilen gerecht. So hat er Gereimtes, Prosa, Lyrik und Spannendes in seinem Repertoire.

Mit einer "Schoggi-Ballade" eröffnete er den Abend und warb spitzbübisch für Suchard, Lindt, Frigor und andere Süßwarenfirmen. Wie kam Hänggi zu diesem Sujet? "Das passt zu mir, besser als Bier", sagt er.

Eine wahre Geschichte ereignete sich auf der Baustelle im St. Jakobsstadion in Basel, dem Joggeli, als Funktionäre mit einem Schoko-Modell des Stadions geehrt wurden und seine Lebenspartnerin Rosemarie plötzlich auch eines erhielt. Das "Schoggi-Joggeli", ein Kilogramm schwer, hatten beide zum Fressen gern. Auch mit "Schoggi-Wörtern" spielte der Autor, sang ein Lied vom "Schoggi-Bus", den ein renommierter Confiseur gezaubert hatte, erfreute mit einer gereimten Moritat von einem "Schoggi-Dieb", der nicht mit einer Chilli-Füllung gerechnet hatte. Vorschläge für modernes Kochen, wie man Sauerkraut und Pralinen und andere Raritäten einsetzen kann, hatte Hänggi auch parat, ebenso eine Zwiebel-, Speck- und Käsepolka.

Zur Pause wurden Schokoladentäfelchen, Schokokuchen und Schokomuffins gereicht. Alles war stimmig. Hatte der Sänger und Erzähler noch weitere Überraschungen dabei? Da waren Geschichten um Lea und Nonno, Gespräche der Enkelin und ihrem Großvater Hansjörg, die von einem lustigen Schokoladenspiel bei einer Freundin erzählte und vom "lieben Opa" zusätzliche Genüsse erzielte. Wortspiele zu "Ada" (von Kolonnade bis Schokolade), Ausreden zum Schoko-Essen und eine kulinarische Geschichte attackierten die Lachmuskeln.

Zu Hochform lief Hans Hänggi in seinem Schlussteil auf: In einen Rap packte der Musiker Gedanken zur schwarzen Schokolade, sang mitreißend den "Schoggi-Blues" und erzählte, weshalb "mir Schwyzer so gärn unsri Schoggi hän." Ohne Zugabe durfte Hänggi unter verdientem Beifall nicht von der Bühne gehen, verabschiedet mit einem herzlichen Dank von der Vorsitzenden der Muettersproch-Gsellschaft im Wiesental, Heidi Zöllner, für einen wunderschönen Abend.