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04. März 2010

Speisen und schlafen im einstigen Herrenhaus

Denkmalgeschütztes Gebäude in Hausen soll Hotel mit Gaststätte werden / Gemeinderat segnet Bauantrag der MBB ab / Zimmer und Garagen in den Remisen.

  1. Eingebettet zwischen den Remisen wird die Gartenwirtschaft des alten Herrenhauses, das beim Umbau zu Hotel und Gaststätte auch einen Außenlift erhält. Foto: SKIZZE: Architekturbüro Wegfahrt

HAUSEN. Das Herrenhaus soll aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag der MBB Immobilien GmbH Wehr auf Umbau des Herrenhauses, Neubau der beiden Remisen und Neugestaltung der Außenanlagen zu. Anhand der Pläne des Architekturbüros Wegfahrt, Bad Säckingen, wird das umgebaute Herrenhaus im Vergleich zum derzeit trostlosen Anblick ein richtiges Schmuckstück.

Das denkmalgeschützte Gebäude steht seit geraumer Zeit leer. Nun soll es in eine Gaststätte mit 55 Sitzplätzen, Gästezimmern und Gartenwirtschaft im Innenhof umgewandelt werden. Das Restaurant kommt ins erste und ein Teil der Gästezimmer ins zweite Geschoss, ins dritte Geschoss kommen zwei Wohnungen. Die ehemaligen Remisen links und rechts vom Gebäude sollen neu errichtet und im Erdgeschoss als Garagen, im Obergeschoss als Gästezimmer genutzt werden. Aus dem Waschhaus am südlichen Rand der Anlage wird ein Sommerausschank für die Gartenwirtschaft, links und rechts vom Waschhaus soll eine Natursteinmauer für Lärmschutz sorgen.

An der Rückseite des Herrenhauses gen Süden soll ein Aufzug angebaut werden. Laut Bürgermeister Martin Bühler sei dieser von der Denkmalschutzbehörde genehmigt. Der Umbau des Herrenhauses wird mit 60 000 Euro aus dem Landessanierungsprogramm bezuschusst.

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Rechtlich sieht es gut aus für das Vorhaben der MBB Immobilien. Beim Lokaltermin mit Vertretern der Denkmalschutzbehörde im Oktober 2009 stellte die Behörde die Genehmigungsfähigkeit der geplanten Nutzung in Aussicht. Die denkmalschutzrechliche Genehmigung für Vorarbeiten im und am Gebäude liegt vor, über die weiteren denkmalschutzrechtlichen Anforderungen entscheidet die Denkmalschutzbehörde im Rahmen des Bauantragverfahrens. Mit 21 Stellplätzen, darunter 14 in den Remisen-Garagen, sind genug Stellplätze ausgewiesen. Das geplante Restaurant mit Hotelbetrieb liegt laut Bebauungsplan "Bergwerk B" im allgemeinen Wohngebiet, dort sind Schank- und Speisewirtschaften, die der Versorgung des Gebietes dienen, zulässig. Hier hakte Christoph Hager (Bürgerliste) ein. Er bezweifelte, ob in der näheren Umgebung tatsächlich Bedarf an 26 Betten vorliege und sah die Gefahr, dass eine überörtliche Nutzung des Hotels nicht mehr den Auflagen des Bebauungsplanes entsprechen könne. Hierzu meinte Hauptamtsleiterin Andrea Kiefer, wenn die Lage und Beschaffenheit des Hotel-Restaurants objektiv dazu geeignet sei, von Bewohnern und Besuchern aus der Umgebung aufgesucht zu werden, käme es nach gültiger Rechtsprechung nicht darauf an, wer es dann tatsächlich nutze. Bühler ergänzte, in anderen Gemeinden vergleichbarer Größenordnung gebe es bis zu zwei Hotels, in Hausen nur eine einzige Ferienwohnung. Elmar Vogt sagte, da es auch um Gewerbefreiheit gehe, könne er Hagers Frage nicht verstehen. Von Harald Wetzel kam die Anregung, nachzufragen, ob die alte Uhr des Herrenhauses wieder dort angebracht werden könne, derzeit sei die Uhr bei MBB-Chef Stefan Denk in Wehr.

Autor: Silke Hartenstein