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15. August 2009
Spruch wider Neid und Hass
Die Sanierung des Hebelhauses erfordert besondere Künste, um eine alte Inschrift zu erneuern
HAUSEN. Mit versonnenem Blick schaut der Kopf des lorbeerbekränzten Dichters, Pädagogen, Theologen und Prälaten Johann Peter Hebels vom Vorplatz der evangelischen Kirche auf sein gegenüberliegendes Wohnhaus. Was wird er wohl denken? Was unternehmen der Gemeinderat und die Verwaltung, die Einwohner des Dorfes, der Landkreis Lörrach und das Land Baden-Württemberg zu seinen Ehren am 10. Mai 2010, seinem 250. Geburtstag?
Bekanntlich soll das vor rund 50 Jahren eingerichtete Dorfmuseum neu gestaltet (mit literarischem Schwerpunkt), erweitert und saniert werden. Den Hausenern kann empfohlen werden, immer wieder am eingerüsteten Hebelhaus vorbeizuschauen und zu entdecken, welche Fortschritte die Arbeiten außen und innen machen. Das Dach ist bereits erneuert, die ersten Sanitärarbeiten sind im Gange und der Durchbruch im Erdgeschoss zum Anwesen Hug/Bieri ist getätigt. Außerdem ist außen der Maler am Werk.Nicht unerwähnt bleiben soll der Einsatz des Hausener Künstlers Martin Kaiser. Für den Förderverein Hebelhauserweiterung hat er eine nicht leichte Aufgabe übernommen, dabei zeitweise assistiert vom Vorsitzenden Helmut Lang, um durch die ehrenamtlichen Eigenleistungen die finanziellen Ausgaben zu senken. Martin Kaiser nahm sich an zwei Samstagen dem oftmals rätselhaften Ausspruch inmitten der Giebelseite des Hauses an, wo zu lesen ist:
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"Wann Näid und Haß brent
Wie Ein Feür wär Holz und
Kohlen Nicht So theür
U. 1763 H"
Alle Buchstaben wurden vom Künstler abgepaust, vermessen, kopiert, die Farbtöne, ein gebleichtes Umbragrün, bestimmt und abgetragen. In einigen Wochen, bevor das Gerüst entfernt wird, darf Martin Kaiser wieder aktiv werden und den Ausspruch in alter Gestalt neu auftragen und ausmalen. Vielleicht dürfte es interessant sein, dem Künstler bei seiner Arbeit, die auch für ihn eine Herausforderung darstellt, zuzusehen.
Zur Erinnerung: Dieses oben erwähnte Zitat entstammt einem Notizbuch von Johann Jakob Hebel, der am 26. Juli 1761 vierzehn Monate nach der Geburt seines Sohnes Johann Peter im Alter von 41 Jahren starb. Er war ein Franke aus Simmern im Hunsrück, erlernte den Beruf eines Leinenwebers, diente aber bald in Basel dem Schweizer Söldnerführer Johann Jakob Iselin-Ryhiner. Im Hause des Majors traf er die Magd Ursula Oertlin, 1726 in Hausen geboren, liebte und heirate sie im Jahr 1759 in Hauingen. Die tiefsinnigen Erfahrung ihres Mannes ließ die Witwe Ursula Hebel zwei Jahre nach dessen Tod am Haus für alle Hausener groß und sichtbar anbringen, denn der Ehefrau verargten die jungen Hausener Burschen, dass sie einen "Ausländer" geheiratet hatte.
Autor: unseren Mitarbeiter Klaus Brust


