Ursache war ein technischer Defekt

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Do, 30. August 2018

Hausen im Wiesental

Feuer auf Hausener Bauernhof brach in der Zwischendecke des Stallgebäudes aus / Polizei schließt Brandstiftung aus.

HAUSEN. Das Feuer, das Anfang vergangener Woche auf einem Aussiedlerhof am Burichweg in Hausen einen Stall und eine Scheune zerstört hat, ist in einer Zwischendecke des Stallgebäudes ausgebrochen. Die Polizei geht davon aus, dass die Ursache ein technischer Defekt war. Dass jemand den Brand vorsätzlich gelegt hat, schließen die Ermittler aus. Bei dem Feuer am Montag vergangener Woche war ein Sachschaden von 500 000 bis 600 000 Euro entstanden. Menschen wurden nicht verletzt, aber im Stall starben acht Rinder.

Laut Matthias Albicker von der Polizeipressestelle sind die Sachverständigen der Kripo schon am Morgen nach dem Feuer auf dem Aussiedlerhof zugange gewesen. Die Ermittler gingen ersten Hinweisen nach, nach denen der Brand an einem Abluftkamin der Heizungsanlage ausgebrochen war. Eine Bewohnerin des Hofs hatte dort einen lauten Knall gehört, war ins Freie gelaufen und hatte den Brand entdeckt. Sie rief sofort die Feuerwehr. Die Sachverständigen haben nun ermittelt, dass das Feuer sich vermutlich in einer Zwischendecke im Dach des Stallgebäudes entzündet hat, wohl als Folge eines technischen Defekts. Dass das Heizungsrohr etwas damit zu tun hatte, hat sich bisher nicht bestätigt. Von dort breiteten die Flammen sich schnell aus, in dem knapp 30 Jahre alten Stallgebäude war auch Heu als Futter für die Rinder gelagert. Brennende Teile des Daches stürzten auf die Heuballen und setzten sie in Brand. Dem Landwirt war es noch gelungen, mehrere Tiere aus dem brennenden Stall zu treiben, insgesamt acht Rinder kamen bei dem Feuer um. Zunächst war von sieben Tieren die Rede gewesen, am Abend fand die Feuerwehr noch ein totes Kälbchen.

Auf dem Hof laufen zur Zeit die Aufräumarbeiten. Die Rinder, die aus dem Stall fliehen konnten, grasen auf einer Weide nebenan. Die Scheune, die direkt neben dem Stall stand und von der nach dem Brand nur noch meterhohe verkohlte Träger übrig waren, ist inzwischen komplett abgerissen. Ihre Überreste werden in Container geladen und abtransportiert. Hier war Heu gelagert, das beim Brand innerhalb von Minuten Feuer gefangen hatte.

Das Gerippe des Stalls steht noch. Die Überreste des Melkstands und der Viehtränken sind zu sehen, auch eine ausgebrannte Ballenpresse. Hier haben Überreste der Heuballen noch am Dienstag dieser Woche, so berichten die Bewohner, immer wieder zu brennen begonnen. Die Feuerwehr selbst hatte noch lange Brandwache am Aussiedlerhof gehalten, um die Gefahr durch plötzlich aufflammende Feuer im Heu zu bannen. Vor Hitze verbogene Träger und Metallstangen zeugen davon, wie heftig hier der Brand getobt hat. "Fünf bis sechs Minuten später, und wir hätten das Wohnhaus nicht mehr retten können", sagte Schopfheims Feuerwehrkommandant Lutz Hofer am Abend des Brandtages. Deswegen hatte die Feuerwehr auch zunächst damit zu tun, das Haus und eine angrenzende Zimmerei vor den Flammen zu retten. Stall und Scheune waren beim Eintreffen der Löschmannschaften nicht mehr zu retten gewesen.

Ein Totalschaden ist im Übrigen auch für die 110-Kilovolt-Stromleitung, die direkt über dem Brandherd verläuft. Stromversorger Energiedienst hatte die Leitung während des Feuers abschalten müssen, weil sie sich ausdehnte und durchhing. Nun müssen die Leitungsdrähte und die darüber verlaufende Kommunikationsleitung ausgetauscht werden. "Die Flammen hatten eine sehr hohe Temperatur", sagt Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann. Es seien Teile geschmolzen. Am Mittwoch waren ED-Arbeiter mit Hebebühnen dabei, die Seile an den Masten auszutauschen. Es soll "so schnell wie möglich" wieder Strom fließen.

Tierschutzorganisation Peta stellt Strafanzeige

Derweil hat die Tierschutzorganisation Peta gegen die Hofbesitzer bei der Staatsanwaltschaft Freiburg eine Strafanzeige erstattet. Das erklärte Peta am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Laut Peta wurde "durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Rinder qualvoll im Feuer ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen". "Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet", wird Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta, in der Mitteilung zitiert. Die Staatsanwaltschaft Freiburg bestätigte den Eingang der Anzeige, wird die Angelegenheit nach einer ersten Prüfung aber aller Voraussicht nach an die zuständige Staatsanwaltschaft in Waldshut-Tiengen weiterleiten. Ob ein Verfahren eingeleitet wird, ist vorerst unklar.