Vehementer Verfechter der alemannischen Sprache

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 21. März 2016

Hausen im Wiesental

Wolfgang Miessmer hatte begeisterte Zuhörer beim Muettersproch-Obe in Hausen / Lieder aus vier Ländern im Gepäck.

HAUSEN (BZ). Wolfgang Miessmer verstand es gleich mit dem ersten Lied "S isch mer alles ei Ding" die zahlreich erschienenen Zuhörer beim Muettersproch-Obe der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesetal, zum Mitsingen zu animieren. Miessmer bezeichnet sich selbst als alemannisches Urgestein und Ex-Gälfiaßler.

Der gebürtige Kaiserstühler und pensionierte Lehrer erfreute das Publikum mit Liedern aus vier Ländern, nämlich Baden, Elsass, Schweiz und Vorarlberg. Er begleitete sich selbst auf der diatonischen Handorgel, die er gleich in zwei verschiedenen Ausführungen mitgebracht hatte. Die kleinere, die von einer schwäbischen Firma stammt, bezeichnete Miessmer scherzhaft als typischen Schwaben, der sogar im Luftverbrauch sparsamer sei als seine große Handorgel aus Baden. Zwischen den Liedern, deren Ursprung er gekonnt erklärte, rezitierte er Gedichte passend zum Frühjahr, unter anderem vom Breite Lieseli und Stefan Pflaum und natürlich von Johann Peter Hebel.

Miessmer entpuppte sich als großen Hebelkenner und -Verehrer. Er betonte, dass es für ihn eine große Ehre sei, hier im Literaturmuseum Hebelhaus singen und lesen zu dürfen. Er verwies darauf, dass unter anderem auch Goethe ein großer Fan von Hebel gewesen ist und sich Goethe selbst einmal an ein alemannisches Gedicht gewagt hatte. Die vorgetragenen Hebelgedichte, halb gesungen, halb rezitiert, brachten bei den Zuhörern ein Leuchten in die Augen. Waren es doch alles Gedichte, die man selbst einmal in der Schule auswendig gelernt hatte und manche schöne Erinnerung wieder zurück ins Gedächtnis rief.

Miessmer ist ein vehementer Verfechter der alemannischen Sprache und engagiert sich seit Jahren auch in den Schulen zum Erhalt des Alemannischen im Rahmen von "Mundart in der Schule" deren Koordinator er von Anfang an war, bis er im Januar dieses Amt an Heidi Zöllner weitergab. Die Freude Wolfgang Miessmers an der Sprache und der Musik sowie seine frische fröhliche Art zog die Zuhörer bis zum Ende der Veranstaltung in den Bann. Wolfgang Miessmer durfte sich über viel spontanes Lob für den gelungenen Abend freuen.