Von Accessoire bis Zylinder

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Mo, 10. September 2018

Hausen im Wiesental

Bilderbuchwetter war dem Dorfflohmarkt in Hausen beschert / Das Angebot an den Ständen der 80 Anbieter war riesig.

HAUSEN. Bei bilderbuchmäßigem Spätsommerwetter klingelten am Samstag beim Hausener Dorfflohmarkt die Kässchen an den Ständen der über 80 Anbieter. Aber auch die Kunden hatten einen Riesenspaß, wenn sie den Preis für das eine oder andere Schnäppchen durch beharrliches Feilschen noch etwas nach unten drücken konnten.

Hausen war an diesem Tag ein einziger riesiger Markt der unbegrenzten Möglichkeiten. Und international war er zudem auch noch, kamen doch Interessenten aus aller Herren Länder. Da führte etwa eine Studentin aus Hausen die Familie einer Freundin aus Ecuador durch das Hebeldorf. Die südamerikanischen Gäste kamen aus dem Staunen nicht heraus. Voll Bewunderung hörte man sie immer wieder "Cosas lindas" ("schöne Dinge") ausrufen. Natürlich hatten sich auch einige Schweizer Nachbarn auf Trödeltour nach Hausen begeben.

So suchte René aus Allschwil schier unermüdlich an allen Ständen nach einem alten "Chänschterli", also einem Schrank. Obwohl er nach etwa einer Stunde noch keinen gefunden hatte, zeigte er sich optimistisch: "Iech bi sichr, dassi hüt no fündig werde!" Ein kunterbuntes Sammelsurium an Schmuck, Dekosachen, Haushaltswaren und festlichen Kleidungsaccessoires für den modebewussten Herrn des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hatte eine Flohmarktanbieterin in einer Garage in der Bergwerkstraße zum Verkauf feilgeboten. Prachtstücke waren zwei bestens erhaltene Zylinder.

Auch der Hausener Bauhofbedienstete Peter (Schoki) Böhler, für seinen umwerfenden Humor bekannt, war von solch einem "Chapeau claque" sichtlich angetan. "Chasch doch ein für s’nächscht Hebelfescht probiere", ermunterte ihn die verkaufstüchtige Anbieterin. Und siehe da: Der Zylinder passte tatsächlich wie angegossen. Die Verkäuferin rieb sich schon die Hände, hatte aber die Rechnung ohne Böhler gemacht. Der nämlich gab das Prachtstück umgehend wieder zurück und meinte in seiner trockenen Art: "Ich hätt ihn scho gno, wenn nit no des Karnickele vo eim Zauberer in sällem Zylinder gsässe wär." Da verschlug es sogar der Verkäuferin für einen kurzen Moment die die Sprache, bevor sie mit den Umstehenden in Gelächter ausbrach.

Überhaupt herrschte an diesem Flohmarktsamstag in Hausen beste Stimmung. An mehreren Verkaufsständen wurden die Besucher sogar zu einem kleinen Imbiss oder einem Umtrunk eingeladen und man erzählte sich die alten oder auch ganz neuen Geschichten aus dem Hebeldorf und der großen weiten Welt. Der Dorfflohmarkt macht es eben möglich.