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27. Mai 2017

Intelligenter Verbrauch

Smart Meter sollen Haushalten dabei helfen, Strom zu sparen.

  1. Smart Meter geben Daten in Echtzeit weiter. So kann man etwa mit dem Smartphone seinen Stromverbrauch im Blick behalten. Foto: Phil Dera (dpa)

Das Ende der üblichen Stromzähler ist eingeläutet, die Smart Meter kommen. 2017 werden die ersten Haushalte mit den neuen Messgeräten ausgestattet. Diese intelligenten Stromzähler zeigen den Energieverbrauch über den gesamten Tagesverlauf an und speichern die Daten. Über ein Gateway lassen sich die Daten automatisch an den Versorger übermitteln.

Wer bekommt einen
Smart Meter?

"In diesem Jahr sind davon zunächst nur zwei Gruppen von Energieverbrauchern betroffen", sagt Andreas Feicht vom Verband kommunaler Unternehmen. "Das sind zum einen Haushalte oder – was wahrscheinlicher ist – Industrie- und Gewerbekunden, die mehr als 10 000 Kilowattstunden jährlich verbrauchen." Zum anderen bekommen Verbraucher das Gerät, die stromerzeugende Anlagen mit mehr als sieben Kilowatt Nennleistung betreiben, etwa Solaranlagen. Ab 2020 sind dann Nutzer mit einem Verbrauch von 6000 bis 10 000 Kilowattstunden zum Einbau verpflichtet. Verbraucher mit geringeren Werten können sich freiwillig mit Smart Metern ausrüsten lassen.
Welchen Nutzen bieten
die Geräte?

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"Sie sind der Einstieg in eine komplett neue Messinfrastruktur", so Feicht. Statt wie bisher lediglich die Jahresverbrauchszahl zu ermitteln, misst die digitale Technik den Stromverbrauch alle 15 Minuten. "Das ermöglicht es den Verbrauchern, zu erkennen, wo bestimmte Verbrauchsspitzen auftreten", erläutert Feicht. Etwa, wenn es immer einen starken Anstieg gibt, wenn die alte Waschmaschine läuft. "Auf solche Dinge kann der Verbraucher dann reagieren."

Lässt sich mit dem
Smart Meter Geld sparen?

Mit einem Smart Meter allein spart man noch kein Geld. Aber seine Daten zeigen, wo es sich sparen lässt. Es ist jedoch laut Bettina Cebulla von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fraglich, ob die Einsparpotenziale die mit einem Smart Meter verbundenen Mehrkosten überhaupt kompensieren können. "Vermutlich zahlt der Verbraucher in der Regel selbst bei einer Verminderung des Stromverbrauchs und einem bestmöglichen variablen Stromtarif beim Betrieb eines Smart Meter unter dem Strich drauf", sagt Cebulla.
Warum sollte man sich
den Smart Meter sogar
freiwillig anschaffen?

In Zukunft könnte auf die Kostenfrage eine andere Antwort folgen. Da ein Smart Meter kommunizieren kann, wird es künftig möglich sein, flexible Stromtarife anzubieten und elektrische Hausgeräte automatisch einzuschalten, wenn der Strom besonders günstig ist. Auch Wärmepumpen oder Elektroautos lassen sich dann günstiger aufladen. "Die Energieversorger arbeiten zurzeit mit Hochdruck an entsprechenden Angeboten und variablen Tarifen", sagt Feicht.

Wer baut den
Smart Meter ein?

Das übernehmen Messstellenbetreiber, in der Regel der Netzbetreiber. Die Firmen kommen auf Hausbesitzer und Verwalter zu. Mieter müssen nicht aktiv werden. "Sie können die Installation der intelligenten Zähler aber auch nicht ablehnen – und das, obwohl ihnen damit zusätzlich Kosten entstehen", sagt Corinna Kodim von Haus & Grund Deutschland.

Welche Kosten kommen
auf die Verbraucher zu?

Es gibt eine gesetzliche Obergrenze. "Aktuell liegt sie bei den Abnehmern mit mehr als 10 000 bis 20 000 Kilowattstunden Verbrauch bei 130 Euro jährlich", sagt Kodim. Haushalte, die zwischen 6000 und 10 000 Kilowattstunden verbrauchen, sollen nicht mehr als 100 Euro jährlich zahlen müssen. Doch kann es durchaus sein, dass wegen Platzmangels für die neuen Geräte ganze Zählerschränke ausgetauscht werden müssen. "Dadurch können Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen, die zunächst der Hauseigentümer trägt", sagt Kodim. Die Kosten können auch auf die Mieter umgelegt werden.

Datenschutz

Smart Meter zeichnen Daten der Verbraucher auf. "Der Gesetzgeber stellt sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit der Geräte. Datensparsamkeit wird großgeschrieben", sagt Bettina Cebulla von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Danach erhalten nur gesetzlich Berechtigte wie der Energieversorger Daten vom Smart Meter - und zwar nur in dem Umfang, wie es zur Erfüllung des Vertragszweckes erforderlich ist. Zusätzlich können Verbraucher aber mit ihrer Einwilligung weiteren Stellen Zugriff auf ihre Daten gewähren. Es sollten aber nur so viele Informationen zugänglich gemacht werden, wie unbedingt erforderlich ist, rät Cebulla. Aber: "Auch der beste Schutz für ein mit dem Internet verbundenes Gerät kann gegenüber Hackerangriffen unzureichend sein."  

Autor: dpa

Autor: Katja Fischer (dpa)