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22. März 2011 13:52 Uhr

Wundertüte

Heilpflanze des Jahres 2011: Der Rosmarin

Er soll eine 72-Jährige so verjüngt haben, dass sie vom Fleck weg geheiratet wurde: der Rosmarin. Wer ihn nur in der Küche verwendet, verpasst viel. Denn die Heilpflanze 2011 ist für die heimische Pflanzenapotheke unentbehrlich. Das erklärt BZ-Experte Frank Hiepe.

  1. Heilpflanze des Jahres 2011: Der Rosmarin Foto: fotolia

ROSMARIN (Rosmarinus officinalis)

Pflanzenfamilie
Lippenblütler(Lamiaceae)

Volksnamen
Rosemarie, Rosmerei, Hochzeitmaie, Marie Reinigung, Meertau, Weihrauchskraut, Brautkraut, Antonskraut, Schloßstock, Kranzenkraut

Der Name "rosmarinus" leitet sich vom lateinischen "ros marinus"ab, was soviel wie Pflanzentau bedeutet

Vorkommen
Mittelmeergebiet; wegen der Frostempfindlichkeit auch in Töpfen nördlich der Alpen

Blütezeit
März bis Mai

Geschichte und Aberglaube
Bereits bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern war der Rosmarin als Heil-und Gewürzpflanze geschätzt. Als Grabbeigaben sollte er die Pharaonen im Jenseits schützen.Er war der Aphrodite, der Göttin der Schönheit und der Liebe geweiht.

Im 16. Jahrhundert soll er Isabella von Ungarn so verjüngt haben, dass der junge König von Polen um die Hand der gelähmten und von der Gicht gezeichneten 72-Jährigen anhielt. Nach ihr wurde ein Auszug aus Rosmarin "Wasser der Königin von Ungarn" (Aqua Reginae Hungariae) benannt.

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Paracelsus (1493-1541) schätzte ihn als Bestandteil einiger Heilmittel gegen rheumatische Beschwerden. Sebastian Kneipp (1821-1897) betonte besonders die verdauungsfördernde Wirkung.

Rosmarin symbolisiert den immer wiederkehrenden Kreislauf von Leben und Tod. Er ist oft in Brautkränze gewunden, wird den Täuflingen in die Wiege gelegt, oder dem Bräutigam in den Hochzeitsanzug genäht – als Gewähr für ewige Treue. Auch wurde er bei der Hochzeit in die Erde gesteckt. Wurzelte der Rosmarin, so war dies ein Zeichen für eine glückliche Ehe.

Was sich manch Student mal überlegen sollte: Wegen seiner Wirkung auf das Gedächtnis trugen Studierende Kränze aus Rosmarin auf dem Haupt. Auch eine aphrodisierende Wirkung wird dem Rosmarin zugeschrieben.

Inhaltstoffe
Die Blätter enthalten ätherisches Öl mit Cineol, Campher und Borneol, Verbenon als Geruchsträger,
bitter schmeckende Diterpene, Triterpensäuren, Gerbstoffe und Flavonoide

Anwendung
Innerlich als Tee oder Tinktur bei Blähungen, Völlegefühl, leichten krampfartigen Magen-Darmstörungen, zur Anregung des Appetites, bei Kreislaufschwäche und niedrigem Blutdruck.

Rosmarinwein empfehle ich bei Herz-Kreislaufbeschwerden, Nervosität und Menstruationsbeschwerden; äußerlich als alkoholischer Auszug bei Muskel-und Gelenkrheuma, Herzbeschwerden, Durchblutungsstörungen. Auch als Badezusatz wird Rosmarin bei diesen Beschwerden eingesetzt, sowie als Salbe

Teebereitung:
1 Teelöffel frische oder getrocknete Rosmarinblätter mit 150 ml heißem Wasser übergießen, bedeckt ziehen lassen und nach 15 Minuten durch ein Teesieb geben. Ich empfehle davon 2-3 Tassen täglich.

Tee bei niedrigem Blutdruck und Kreislaufschwäche:
30g Mistel, 20g Schafgarbe, 10g Rosmarin. Von dieser Mischung empfehle ich 1 Teelöffel pro Tasse.

Rosmarinbad (besonders angenehm an kühlen Frühlingstagen!):
50g Rosmarinblätter in 2 l heißem Wasser ansetzen, 15 Minuten ziehen lassen, filtrieren und ins Badewasser geben.

Bei Erschöpfung kann ich eine Mischung aus Rosmarin, Salbei, Pfefferminz und Wintergrün als Bad empfehlen – vitalisiert garantiert!

Rosmarinwein:
5 Zweige oder eine Handvoll Blätter mit 1 Liter trockenem Weiswein ansetzen, 10 Tage verschlossen stehen lassen und dann abseihen.Täglich 1-2mal 1 Schnapsglas voll bei Kreislaufbeschwerden trinken.

Nebenwirkungen
Tagesdosen von 6 g Blätter sollten nicht überschritten werden. Achtung: Schwangere sollten keine Rosmarinzubereitungen einnehmen.

Homöopathie
Rosmarinus officinalis bei Magen-Darmbeschwerden, Dysmenorrhoe (schmerzhafte Monatsblutung), Gedächtnisschwäche

Kulinarisches
Rosmarin ist in der mediterranen Küche ein wichtiges Gewürz und Bestandteil von Provence-Kräutermischungen beim Grillen, Bratkartoffeln, Lamm, Geflügel. Auch für Süßspeisen finden die Blätter
oder der Honig Verwendung.

Lassen Sie sich durch die Heilpflanze des Jahres motivieren, eigene Erfahrungen mit Rosmarin zu
machen – sei es als Heilmittel oder bei der Zubereitung von Speisen. Ich würde mich freuen,von Ihnen Anregungen zu erhalten!

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Autor: Frank Hiepe