Heimspiel für Cellisten-Ehepaar

Erika Sieberts

Von Erika Sieberts

Sa, 05. Juli 2014

Ettenheim

Im Musiksommer gastiert Cellist Gregor Horsch mit Ehefrau Pascale am Sonntag in seiner Heimatstadt Ettenheim.

ETTENHEIM. Wie schön ist es, wenn ein großer Künstler aus dem Ort stammt. Für die Musikfreunde Ettenheim jedenfalls ist es jeweils eine Sternstunde, wenn Gregor Horsch wieder in seine Heimatstadt kommt und die Gelegenheit für beide Seiten günstig ist, ein herausragendes Konzert veranstalten zu können. Vor sechs Jahren war Horsch mit einem Celloquartett hier. Am kommenden Sonntag wird er zusammen mit seiner Frau, Pascale Went, ebenfalls Cellistin, im Bürgersaal auftreten.

Beide spielen im Concertgebouw, dem berühmten Sinfonieorchester in Amsterdam, wo Gregor Horsch Solocellist ist. "Wenn es eine Ratingagentur für Orchester gäbe, stünde das Concertgebouw wohl an erster Stelle", sagen Erika und Helmut Salomon, die im musikalischen Beirat der Musikfreunde mit für das Programm zuständig sind. Beide haben persönlich Bezug zur Familie Horsch. Das Ehepaar Salomon und Vater Alfons Horsch, der Musiklehrer am Ettenheimer Gymnasium war, haben miteinander musiziert. Und Gregor habe als Jugendlicher manchmal die Salomon-Tochter Theresa auf dem Klavier begleitet, wenn diese Geige spielte, erinnern sich Erika und Helmut Salomon.

Fünf Buben haben die Horschs aufgezogen, und alle seien nach Lahr auf die Musikschule gegangen. Markus, einer der Söhne, sei ebenfalls Berufsmusiker geworden und Thomas spielt Oboe bei der Stadtkapelle Mahlberg, bringen die Salomons ihre Erinnerung zusammen. Gregor Horsch ist seit 2009 Professor an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.

Nun aber zum Konzert: Es wird ein großer Bogen gespannt, von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) bis Benjamin Britten (1913 – 1976). Bach habe das Cello als Soloinstrument entwickelt. Die Vorgängerin des Cellos war die Gambe mit ihrem gedeckten Ton. "Nach und nach wurde sie vom Cello abgelöst", zeichnet Helmut Salomon die Geschichte des Instruments nach. Bach habe sechs Solosuiten geschrieben, die bis heute aktuell sind. Bei Wettbewerben würden immer noch Bachsuiten verlangt. In der Folge sei Frankreich das Land für Cellisten gewesen. Jean Baptiste Barrière war Komponist und der größte Cellist seiner Zeit (erste Hälfte 18. Jahrhundert). Ähnlich Luigi Boccherini in Italien (zweite Hälfte 18. Jahrhunder). Von allen drei Komponisten werden Stücke gespielt.

Schließlich spielen die beiden Cellisten auch Beispiele aus der Moderne, von Benjamin Britten. Salomon dazu: "Britten wandelt die barocke Form des Cellospiels nach modernen Gesichtspunkten und zeigt, dass alte Musik bis heute weiter entwickelt wird." Mit diesem Konzert werde ein Anliegen der Musikfreunde war, alte und neue Stücke gegenüber zu stellen.

Ettenheimer Musiksommer, drittes Konzert: Gregor Horsch und Pascale Went, Violoncello. Sonntag, 6. Juli, 20 Uhr, Bürgersaal im Rathaus, Rohanstraße 16.