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18. Januar 2009 18:03 Uhr

CDU-Nominierungsparteitag in Freiburg

Heinrich Schwär schafft es nicht

Heinrich Schwär, 80-jähriger Stadtrat der Freiburger CDU, wird dem nächsten Gemeinderat nicht mehr angehören. Auf dem Nominierungsparteitag seiner Partei scheiterte er mit seinem Versuch, sich erneut aufstellen zu lassen.

  1. Für Heinrich Schwär endet sein Stadtratsmandat zum Ende der Legislaturperiode Foto: Thomas Kunz

Es war 16.10 Uhr, als geschah, womit viele am Samstag beim Nominierungsparteitag der Freiburger CDU für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 schon früher gerechnet hatten: Nachdem 40 Kandidatinnen und Kandidaten von der Vorschlagsliste des Kreisvorstands mit mehr oder weniger Stimmen bestätigt worden waren, erhob sich Stadtrat Heinrich Schwär und machte der vom Vorstand empfohlenen Elisabeth Schmid Platz 41 auf der Kommunalwahlliste streitig.

"Es tut mir leid, dass ich gegen jemanden kandidieren muss", sagte der 80-jährige Land- und Gastwirt, der seit 1980 mit kurzen Unterbrechungen für die CDU im Freiburger Gemeinderat sitzt. Er wäre auch lieber vom Kreisvorstand vorgeschlagen worden – wie die anderen amtierenden Stadträtinnen und Stadträte, die weitermachen wollen. Das aber wollte der Vorstand nicht, der laut Kreisvorsitzendem Klaus Schüle mit 15 zu null Stimmen (bei einer Enthaltung) beschlossen hatte, Heinrich Schwär dazu zu bewegen, nicht mehr zu kandidieren.

Doch der ist überzeugt, der CDU, "die jede Stimme notwendig hat", Stimmen einzubringen, vor allem aus dem "alten Freiburg". Es sei zwar außergewöhnlich, sich selbst vorzuschlagen, aber auch das sei gelebte Demokratie. Und so bat der Achtzigjährige die Parteimitglieder, "mir noch einmal das Gefühl zu vermitteln, dass ich einer von euch bin". Das allerdings wollte die Mehrheit nicht: Mit 76 Ja stimmten die meisten (von 102) für Elisabeth Schmid, die das Büro des Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Klaus Schüle leitet – Heinrich Schwär dagegen erhielt lediglich 20 Ja-Stimmen.

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"Das ist schon enttäuschend, dass ich nicht auf der Liste bin", sagte er anschließend, "ich habe das Pech gehabt, ausgerechnet gegen die Sekretärin von Schüle anzutreten." Und leider hätten alle seine Wähler den Parteitag schon vor der einzigen Kampfabstimmung des Tages verlassen. Enttäuscht ist Heinrich Schwär vor allem vom Kreisvorstand, weil der ihn ohne Begründung nicht mehr gewollt habe. "Da fühl’ ich mich schon undankbar behandelt nach fünfzig Jahren im Ehrenamt."

Dennoch sei er Demokrat genug, um das Wahlergebnis anzuerkennen, das offensichtlich viele, wenn auch nicht alle anwesenden CDU-Mitglieder erleichtert aufnahmen. Natürlich denke er nun nicht daran, aus der CDU auszutreten, versicherte Heinrich Schwär, der von diesem Wahlparteitag zumindest diese Erkenntnis mit nach Hause nahm: "Undank ist der Welt Lohn – das sollte sich jeder merken, der sich ehrenamtlich übermäßig engagiert."

Autor: gmk