Heiraten ist wieder voll im Trend

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 04. Januar 2018

Bad Säckingen

151 Eheschließungen im vergangenen Jahr in Bad Säckingen / Sehr viele Kirchenaustritte / Standesamt zieht Bilanz.

BAD SÄCKINGEN (BZ). Das Standesamt Bad Säckingen blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Wie Standesbeamtin Ursula Schöneich mitteilt, war 2017 geprägt von vielen prachtvollen Hochzeiten im Schlosspark. Ebenso hat das Standesamt die Auswirkungen gespürt, dass der laufende Betrieb des Bad Säckinger Spitals immer weiter zurückgefahren wurde mit der etwas makabren Konsequenz: "Es starben weniger Menschen im Krankenhaus." Ende Dezember wurde das Spital ganz geschlossen. Hoch ist die Zahl der Kirchenaustritte in beiden Hauptkonfessionen.

Im Jahr 2016 wurden in Bad Säckingen 143 Ehen geschlossen, berichtet Ursula Schöneich weiter. 2017 gab es eine Steigerung auf 151 Eheschließungen. Damit erwies sich Bad Säckingen einmal mehr als beliebter Heiratsort sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Auswärtigen. Nur 2014 gab es einmal noch mehr Eheschließungen. Für 2018 liegen schon wieder so viele Reservierungen vor, dass es ungebrochen viele Hochzeiten werden. Auch sind schon fast alle Samstagstermine belegt, sagt Schöneich.

Mehr als ein Drittel der Hochzeiter wählten sich Bad Säckingen als ihren Hochzeitsort, obwohl sie in einer anderen Gemeinde wohnen. Bei 68 Prozent der Trauungen waren beide Eheschließenden noch ledig. Das sei ebenfalls ein sehr guter Schnitt. Genauso sieht es bei den Staatsangehörigkeiten aus: In ebenfalls 68 Prozent waren beides Deutsche, die sich das Ja-Wort gaben. Bei 21 Prozent war zumindest einer der Heiratswilligen Deutscher, und nur bei zehn Prozent besaßen beide eine ausländische Staatsangehörigkeit. In 86 Prozent aller Hochzeiten wählte das Brautpaar einen gemeinsamen Namen, wobei davon wiederum 92 Prozent sich für den Namen des Mannes entschieden haben und nur fünf Prozent für den Namen der Frau. Bei 20 Hochzeiten (14 Prozent) behielt jeder seinen bisherigen Namen.

Außerdem wurden beim hiesigen Standesamt fünf Lebenspartnerschaften begründet. Durch die Einführung der Ehe für alle im Oktober – also die komplette Gleichstellung der Lesben und Schwulen bei der Ehe – waren dies nun aber auch die letzten Lebenspartnerschaften, die geschlossen wurden. Ab sofort gibt es für alle nur noch Eheschließungen. Drei Lebenspartnerschaftspaare haben bereits die Möglichkeit genutzt, ihre Partnerschaft in eine Ehe umwandeln zu lassen.

187 Menschen sind 2017 in Bad Säckingen verstorben. Im Vorjahr waren es noch 264 Sterbefälle. Dies ist ein deutlicher Rückgang. Die Gründe liegen laut Schöneich im Rückgang der Patientenzahlen und in der Schließung des Bad Säckinger Krankenhauses. 47 Prozent der Verstorbenen waren Männer, 53 Prozent Frauen.

Auch wenn die Geburtenabteilung des Krankenhauses Bad Säckingen im Sommer 2013 geschlossen wurde, hat das Standesamt immer noch mit Geburten zu tun. 26 Kinder, die in der Schweiz oder im sonstigen Ausland zur Welt kamen, wurden auf Antrag ihrer Eltern im Bad Säckinger Geburtsregister nachbeurkundet und können nun ebenfalls vom hiesigen Standesamt ausgestellte Geburtsurkunden erhalten. Neben diesen nachbeurkundeten Geburten gab es doch tatsächlich noch ein waschechtes richtiges Bad Säckinger Kindlein. Hier haben sich die Eltern zu einer Hausgeburt entschieden.

Außerdem wurden wie in den Vorjahren auch bei mehreren Kindern Vaterschafts- und Mutterschaftsanerkennungen gemacht. Diese Elternpaare, die nicht verheiratet sind, gingen dann zur Geburt in eine der umliegenden Geburtskliniken. Hier ist aufgrund der Flüchtlingszahlen eine starke Steigerung zu verzeichnen. Die ausländischen Flüchtlinge sind in vielen Fällen ohne Papiere nach Deutschland gekommen, und die Eltern werden wie nicht verheiratet behandelt, da sie es nicht nachweisen können.

Stark angestiegen sind im vergangenen Jahr die Kirchenaustritte. 145 Personen erklärten beim hiesigen Standesamt ihren Austritt aus einer Kirche. 2016 waren es nur 87. Damit kam es zu einem starken Anstieg, der wieder in die Richtung des Rekordjahres 2014 geht.