Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. August 2008 17:02 Uhr

Kinderbetreuung in Elternhand

Der Kinderclub ist flügge

Die von den Eltern in Gallenweiler selbst in die Hand genommene Kinderbetreuung hat sich als "Kinderclub e.V." etabliert, der nun unter der Leitung von Monika Vogler und mit Unterstützung der Stadt Heitersheim selbsttätig agiert.

  1. Der Kinderclub e.V. steht jetzt auf eigenen Füßen. Vorsitzende Monika Vogler unterschrieb den Vertrag mit der Gemeinde. Foto: Model

HEITERSHEIM (mod). Die Erfolgsgeschichte der Kinderbetreuung in Gallenweiler wird fortgeschrieben. Inzwischen hat sich aus der Elterninitiative ein "Kinderclub Gallenweiler e.V." etabliert, der nun unter der Leitung von Dr. Monika Vogler und mit Unterstützung der Stadt Heitersheim selbsttätig agiert. Der Vertrag, der die Nutzung der städtischen Räumlichkeiten im ehemaligen Kindergarten regelt, wurde jetzt unterzeichnet.  

Der städtische Kindergarten St. Martin in Gallenweiler wurde zu Beginn des Kindergartenjahres 2005/2006 geschlossen. Weil die Eltern initiativ wurden und kreativ nach Ersatzlösungen suchten, überließ man die Kindergartenräume der Katholischen Kirchengemeinde, um unter ihrem Dach dem gegründeten "Förderkreis Kinderbetreuung Gallenweiler" eine Entwicklung zu ermöglichen.   Das Konzept kam gut an. Der Förderkreis leistete hervorragende Arbeit, die von der Stadt 2005, 2006 und 2008 bedarfsorientiert mit insgesamt 8000 Euro gefördert wurde. Die organisatorische Behelfskonstruktion mit der Kirche erwies sich jedoch auf Dauer für den Förderkreis als nicht tragbar, da die Vorstandsmitglieder mit ihrem Privatvermögen hafteten. Deshalb wurde mit dem "Kinderclub Gallenweiler" die Form eines eingetragenen Vereins gewählt, bei dem mit dem Vereinsvermögen gehaftet werden muss.

Werbung


  In der Konsequenz tritt nun auch der Kinderclub selbst als Nutzer der Räume auf. Pfarrer Georg Eisele unterschrieb den Aufhebungsvertrag und der Kinderclub den Nutzungsvertrag für Vereinszwecke, der unter den gleichen Konditionen weiterläuft. Das heißt: Miete wird nicht erhoben. Die laufende Bewirtschaftung und Erhaltung ist Sache des Kinderclubs. Die Nebenkosten übernimmt die Stadt bis zu einem Betrag von 600 Euro im Jahr. Bei Mehrverbrauch ist der Kinderclub in der Pflicht. "Bei entsprechender Sparsamkeit kommt man damit über die Runden", meint Bürgermeister Ehret.

  Dem Pfarrer sei man dankbar für die "Anschubhilfe" und die flexible Partnerschaft der letzten Jahre, so Monika Vogler. Jetzt gehe die bewährte Arbeit als "e.V." weiter. Bis 2010 ist der Kinderclub in der Kleinkindbetreuung von 18 Monaten bis zu drei Jahren ausgebucht. Für berufstätige Mütter ist das Angebot unverzichtbar. Es füllt familienfreundlich Betreuungslücken als Ergänzung zu den Kindergärten und passt im Preisleistungsverhältnis. Die Eltern unterstützen die Arbeit der ausgebildeten Erzieherinnen intensiv. Das Sommerferienprogramm berücksichtigt ebenfalls die Interessen von Kleinkindern und nicht nur die der Schulkinder.

  Damit habe die vielfältige Betreuung in Heitersheim wieder einen Schritt nach vorn getan, sagt Hauptamtsleiter Reiner Burgert. Flexible oder verlängerte Öffnungszeiten, integrative Konzepte, Ganztagesbetreuung, Kleinkindbetreuung von ein bis drei Jahren, altersgemischte Gruppen von zwei bis drei Jahren – alles sei in den verschiedenen Einrichtungen zu haben und werde der Nachfrage angepasst. Im Bereich der Ganztags- und Kleinkindbetreuung würden gerade Plätze aufgestockt.

Die Katholische Kirchengemeinde als Kindergartenträger habe sukzessiv das Aufnahmealter auf ein Jahr gesenkt, erklärte Pfarrer Georg Eisele. Jetzt müsse man sich weiter tasten, um die Kindergartenstrukturen auch räumlich anzupassen.

Autor: mod