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14. Juni 2011

Ein Abenteuerflug quer durch Deutschland

Familie aus Heitersheim mit Motorgleitschirm-Trike unterwegs.

  1. Das Abenteuerteam: Uwe, Doris und Meike Petermann. Foto: Model

HEITERSHEIM (mod). In den Pfingstferien wegfliegen ist eigentlich nichts Besonderes. Für die Familie Petermann aus Heitersheim schon. Sie haben nicht gebucht, sondern Abenteuer pur geplant. Uwe und Doris Petermann wollen sich mit einem Motorgleitschirm-Trike in die Lüfte schwingen, um in 14 Tagen und sieben Etappen von Bremgarten quer durch Deutschland nach Flensburg fliegen. Über 1000 Flugkilometer weht ihnen in Höhen zwischen 150 und 1500 Metern der Wind ins Gesicht. Tochter Meike begleitet die Reise mit dem Auto als Bodenpersonal.

Pilot Uwe Petermann steht mit dem Deutschen Flugwetterdienst in Kontakt und der sagt von Sonntag bis Mittwoch gute Flugbedingungen voraus. Etappe 1 endet in Karlsruhe, Flugplatz Rheinstetten, weiter geht es über Gelnhausen bei Frankfurt und Wolfhagen-Graner Berg bei Kassel. Spannend ist der Anflug in Hannover. Dort wird der Firmenflugplatz des Motorgleitschirmherstellers angesteuert, das Trike muss zwischen "Brummis" quetschen. Nach Ganderkesee bei Bremen und Hartenholm bei Hamburg ist die Crew in Flensburg am Ziel angekommen.

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Der logistische Aufwand für die Reise ist enorm. Die Landeplätze müssen informiert werden und ihr Okay geben, die Flugstrecken genau berechnet werden. Der Tank reicht für maximal zwei Flugstunden, abhängig vom Wind. Bei Gegenwind werden bis zu 80, bei Rückenwind 120 Stundenkilometer erreicht, im Schnitt rechnet der Pilot mit 50 bis 55 Stundenkilometer. Seine Frau Doris möchte als Bordfotografin die erhebendsten Ausblicke mit der Kamera festhalten. Keinesfalls riskieren will Petermann eine Außenlandung mangels Benzin. Das wäre ein Straftatbestand, weil es sich bei dem Motorgleitschirm um ein Fluggerät handelt, der einzige Zweisitzer in der Ultraleichtklasse. Rund 20 Dokumente müssen mitgeführt werden, darunter eine pyrotechnische Prüfung des Piloten, weil der Fallschirm für den Notfall mit einer Rakete gezündet wird. Für eine entspannte Reise hat Uwe Petermann als Ingenieur für digitale Systeme einige Optimierungen für Sicherheit, Navigation und Sprechfunk vorgenommen.

Früher war Uwe Petermann Surfer. Mit seiner Frau hat er Wildwasser-Kanu extrem ausgelebt. Vor 25 Jahren machten beide einen Gleitschirmkurs. Es blieb der Traum vom Fliegen. Im April 2010 absolvierte Uwe Petermann den Flugschein und im Herbst hatte er nach 100 Flugstunden die Passierberechtigung in der Tasche. Freunde und Bekannte fliegen gerne mit. Jetzt aber wollen der Computerspezialist und die Lehrerin (an der Hebelschule Schliengen) das 30 000 Euro-Gerät der Feuerprobe unterziehen.

Tochter Meike hat frisch das Abi und den Führerschein. "Für mich ist das Steuern des Begleitfahrzeugs auch eine Herausforderung", sagt sie. Da Großstädte angeflogen werden, ist Zeit für Sightseeing und Shopping einkalkuliert. Auf der Rückfahrt wird der Motorgleitschirm zusammengeklappt und ans Auto gehängt. Der Reisestatus wird täglich dokumentiert unter http://www.flieg-aus.de .

Autor: mod