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07. Februar 2012

Ein Einvernehmen ist nicht in Sicht

CDU-Stadtverband pocht auf Einigung zwischen Stadt und Provinzialrömischen Institut.

HEITERSHEIM. Ulrike Pigulowski, Vorsitzende des Heitersheimer CDU-Stadtverbandes, lässt nicht locker: Wie aus einer Mitteilung der Partei hervorgeht, kritisierte sie bei einer Veranstaltung des Stadtverbandes zum Jahresauftakt erneut die Kündigung des Vertrages zwischen der Stadt Heitersheim und dem Provinzialrömischen Institut. Schon im November 2011 hatte sie dazu im Gemeinderat eine Anfrage gestartet.

"Sehr unglücklich" sei die einseitige Kündigung des Vertrages zwischen der Stadt Heitersheim und der Universität Freiburg durch Bürgermeister Martin Löffler, so die CDU-Vorsitzende. Die Universität Freiburg mit Professor Hans-Ulrich Nuber hätten über 20 Jahre mit viel persönlichem Einsatz zum großen Erfolg dieses Leuchtturmprojektes entscheidend beigetragen, so Pigulowski. Die Stadt habe davon kulturell und wirtschaftlich erheblich profitiert. Durch den Wegfall der wissenschaftlichen Begleitung durch die Universität Freiburg entstehe der Stadt ein immenser materieller und ideeller Schaden. Sie erwarte, so Pigulowski weiter, dass Löffler die Angelegenheit wieder in Ordnung bringe.

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Zur Kündigung des 1988 beim Bau der Villa urbana geschlossenen Vertrages kam es, als 2011 Uneinigkeit herrschte über die Gestaltung des Areals rund um die Villa urbana und die neue Villa artis. Da mit der Villa artis der Caritasverband als deren Träger als weiterer Partner hinzugekommen war, sollte mit allen Beteiligten eine neue Regelung gefunden werden.

Das Anliegen von Ulrike Pigulowski ist nicht neu. Ähnlich mahnende Worte gab es bereits im Mai 2011 bei der Einweihung der Villa artis und der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Altbürgermeister Jürgen Ehret. Dass der Vertrag nun diskutiert werde, diene nicht dem Interesse der gemeinsamen Sache, hatte Ehret damals gegenüber seinem Nachfolger Martin Löffler betont und um eine baldige einvernehmliche Lösung gebeten.

Neue Akteure, neue Bedingungen

Danach sieht es nun aber nicht aus. Professor Ulrich Nuber ist düpiert. 20 Jahre habe er sich für die Villa artis engagiert, ohne auch nur einen Cent dafür zu erhalten. 20 Jahre sei man immer gut miteinander ausgekommen, sagt er. Und dann habe Löffler ohne eine vorherige Absprache mit ihm und ohne einen Beschluss des Gemeinderates den Vertrag selbstherrlich gekündigt. Weiter äußern will sich Nuber indes nicht, zumal inzwischen in der Frage um die Rechte an wissenschaftlichen Texten und Fotos auf beiden Seiten ein Rechtsanwalt eingeschaltet sei.

Das bestätigt Bürgermeister Martin Löffler. "Wir gehen von keiner Verletzung der Urheberrechte aus", sagt er. Was den Vorwurf einer Kündigung ohne Beschluss des Gemeinderates betrifft, stellt er klar, dass er den Gemeinderat vor der Kündigung des Vertrages in nicht öffentlicher Sitzung informiert habe und dieser die Entscheidung auch mitgetragen habe. Ein Beschluss sei nicht nötig gewesen, da für die Vertragskündigung die Unterschrift des Bürgermeister ausreichend sei, um Rechtswirksamkeit herzustellen.

Richtig sei, so Löffler weiter, dass es in Folge des Baus der Villa artis vertragliche Neuordnungen gab und gibt. Dies sei erforderlich, weil auf dem jetzt entstandenen Römerpark neue Akteure beteiligt seien, die sich miteinander abstimmen müssten. Die Vereinbarungen mit dem Provinzialrömischen Institut hätten deshalb den neuen Bedingungen angepasst werden müssen und würden teilweise durch andere Vereinbarungen, unter anderem mit dem Landesmuseum des Landes Baden-Württemberg, ersetzt.

Es sei innerhalb des Eule-Projektes völlig normal, dass sich Dinge weiterentwickeln und verändern, so Löffler weiter. Das entscheidende Kriterium für die Bezuschussung der Villa artis sei die Schaffung von 15 Arbeitsplätzen, davon acht für Menschen mit Behinderung. Das Provinzialrömische Institut sei überdies nach wie vor in der Vorstandschaft der Historischen Gesellschaft vertreten, erklärt Löffler. Damit sei die Zusammenarbeit also keinesfalls beendet.

Der Römerpark, so wie er heute da stehe, habe mit der Villa urbana, der Villa artis und den Ausgrabungen bisher etwa 4,2 Millionen Euro alleine an Investitionen gekostet. Neben den Zuschüssen und Spenden, habe die Stadt Heitersheim davon über 1,2 Millionen Euro aus eigenen Mitteln finanziert, rechnet Löffler vor. Nun stünden nicht weitere Ausgrabungen, sondern der Erhalt der Anlage und ein solider Betrieb des Museums im Vordergrund. Für beides werde die Stadt auch in Zukunft nicht unerhebliche Mittel aufbringen. Die Historische Gesellschaft zeichne bereits für den Betrieb des Museum im Schloss verantwortlich und werde künftig, zusammen mit der Museumsleitung des Römermuseums Villau urbana, dabei eine größere Rolle spielen. "Selbstverständlich ist das provinzialrömische Institut weiterhin herzlich eingeladen daran mitzuwirken, den nun entstandenen Römerpark weiter zu entwickeln", sagt Löffler. Wichtig sei aber, dass dabei den veränderten Bedingungen Rechnung getragen werde.



Autor: Heike Lemm