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14. März 2009
Eine nachahmenswerte Initiative
Aus der Not geboren, ist er inzwischen eine Notwendigkeit: der Kinderclub Gallenweiler.
HEITERSHEIM-GALLENWEILER. Aus der Not geboren, ist er inzwischen eine Notwendigkeit: der Kinderclub Gallenweiler. Längst haben sich seine Angebote über die Dorfgrenzen hinaus herumgesprochen. Der kleine Stadtteil Gallenweiler hat vorgemacht, dass Kinderbetreuung ohne städtische oder kirchliche Einrichtungen funktionieren kann – zumindest, was ein attraktives Nischenangebot betrifft.
Die "Bachfrösche", eine Kleinkindgruppe für zehn Kinder im Alter von 18 Monaten bis zum Eintritt in den Kindergarten, sind bis 2010 ausgebucht. Am Montag- und Donnerstagvormittag können die Mütter ihre Kleinen dort abliefern, um arbeiten zu gehen oder einfach etwas in Ruhe zu erledigen. Die Schriftführerin des Vereins Astrid Naderhoff ist als ausgebildete Erzieherin eingesetzt. Bei der Krabbelgruppe am Donnerstagnachmittag dürfen Eltern und Kinder miteinander spielen.Zu den regelmäßigen Aktionen des Kinderclubs gehört einmal im Monat die Kreativwerkstatt der Vereinsvorsitzenden Monika Vogler. Zu Ostern experimentiert sie rund ums Ei und stellt Kinder-Eierlikör ohne Alkohol her. Grundsätzlich möchte sie mit ihren Versuchen Interesse an der Umwelt wecken. Fest im Jahresturnus ist der fasnächtliche Krachmacher-Umzug eingeplant. Beim lukrativen Dorfflohmarkt im April wirtet der Kinderclub in Kooperation mit dem Afrikaverein Tukolere Wamu, den die stellvertretende Kinderclub-Vorsitzende Gertrud Schweizer-Ehrler gründete.
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Beliebt ist die alljährliche Lesenacht mit Astrid Naderhoff. Sie steht jeweils unter einem Motto und wird dieses Jahr eine indianische Nacht sein. Unverzichtbar ist für die Kindergartenkinder der Martinsumzug mit Laternen. Die Grundschüler bevorzugen stattdessen eine Nachtwanderung mit Fackeln, Gespenstergeschichten und Grillen von Stockbrot. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Verkauf selbst gebundener Adventskränze mit Unterhaltungsprogramm.
Bei den Aktionen 2008 wurde ein Baumhaus gebaut, ein Englischkurs und ein Zöpfchen-Flechtkurs angeboten sowie ein Weihnachtstheater einstudiert. Zum Afrikatag von Tukolere wurden Gesänge und Tänze, eine Modenschau und ein Auftritt des Trommelworkshops vorbereitet. In der Ferienbetreuung an Pfingsten malte man ein Bühnenbild. Im Sommer ging es zu einem Köhler in den Rheinwald, in den Schwarzwaldzoo in Waldkirch, zum Minigolf in Bad Krozingen und mit dem "Ottermobil" in die Natur. Im Herbst wurde Kürbissuppe gekocht und eine Salbe hergestellt. Bei den Aktionen mitgeholfen haben Josef Ehrler, Gitta Herzog, Siegfried Kunz, der Bürgerverein, die Firma Steinle, die Sparkasse und die Malteser-Apotheke. Nur wenn alle anpacken, könne man mit einem kleinen Budget viel anbieten, heißt es. Denn der Kinderclub lebt von Spenden und den Beiträgen der 32 Vollmitglieder und fünf fördernden Mitglieder. Dazu zählt inzwischen auch die Stadt Heitersheim.
Um vielfältig anzuregen gibt es in diesem Jahr einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder. Gesponsert wird immer wieder ein DRK-Babysitterkurs. Die Absolventen weisen im Praktikum ihre Fähigkeiten nach und werden dann in die Familien empfohlen.
Anschaffen möchte man 2009 einen "Krippenwagen" mit acht Plätzen, um mit der Kleinkindgruppe Ausflüge machen zu können. Kassiererin Elke Paulini kann ein entsprechendes finanzielles Polster nachweisen. Besonders am Herzen liegt dem Kinderclub aber auch die Wiederbelebung des Jugendraums in Gallenweiler. "Wir fühlen uns von den Kleinsten bis zu den Teenagern allen verpflichtet", betont Monika Vogler. Als Beisitzer stehen dem Vorstands-Quartett Susanne Reimann, Ulrike Blum und Gunda Hirsch aus Heitersheim zur Seite. Beim Dorffest helfen natürlich alle mit. Und nach dem neuen Flyer soll bis im Sommer auch die Homepage fertig sein. Der Kinderclub erweist sich mehr und mehr als eine nachahmenswerte Dorfinitiative.
Autor: Sabine Model
